Cloppenburg - Das Elektrotechnik-Unternehmen Lumberg Connect (Schalksmühle) hat sich seit Jahresbeginn an seinem Standort Cloppenburg von rund 60 Zeitarbeitern getrennt. Die derzeitige Schwäche des Automobilmarkts treffe den größten industriellen Arbeitgeber der Kreisstadt als Zulieferer im Geschäftsfeld Automobiltechnik, bestätigte Lumberg-Pressesprecher Kai Rotthaus am Freitag eine entsprechende NWZ-Nachfrage. In den anderen drei Geschäftsfeldern des Hauses – Gebäudetechnik, Hausgerätetechnik und Mobilfunktechnik – laufe es dagegen weitestgehend normal, so Rotthaus weiter.
In der Tat seien die Aussichten im Bereich der Automobilindustrie und des Maschinenbaus aktuell nicht gut, bestätigte Rotthaus. Dies habe sich schon im letzten Quartal 2018 angekündigt. Lumberg habe hier frühzeitig reagiert und Mitarbeiter aus der Zeitarbeit nicht weiter beschäftigt. Dieser Prozess habe sich bis heute fortgesetzt.
Lumberg komme mit dem vergangenen Jahr aus einer Hochkonjunkturphase, in der man die Nachfrage nicht habe bewältigen können – und das Unternehmen sich daher personell deutlich verstärken musste. Rotthaus: „Jetzt reduzieren wir die aus dem letzten Jahr üblich gewordenen Wochenend- und durchgängigen Nachtschichten zum Wohle unserer Stammbelegschaft von aktuell rund 550 Mitarbeitern.“ Über den bereits gesenkten Arbeitskräftebedarf aus dem Bereich der Zeitarbeit hinaus seien keine Entlassungen aus der Stammbelegschaft geplant, so Rotthaus. Außerdem gebe es am Standort Cloppenburg keine Kurzarbeit.
Auch ein Mitarbeiter aus einem Zeitarbeitsunternehmen sei ein „Lumberger“ – und jeder, den das Familienunternehmen nicht habe weiterbeschäftigen können, „ist eine Niederlage“. Allerdings sei die Firma nicht von der Konjunktur im Bereich Automotive abgekoppelt.
Dabei orientierten sich die Produktionsprozesse bei Lumberg – so Rotthaus – nicht an den vier genannten Geschäftsfeldern, sondern an Produkten. Es gebe für das Standard-Kataloggeschäft also nicht eine Produktionshalle, in der nur Produkte für die Automobiltechnik hergestellt würden und eine andere Halle, in der nur für die Gebäudetechnik produziert werde. Man könne also nicht davon sprechen, dass die Zeitarbeit-Beschäftigten nur im Geschäftsfeld „Automobiltechnik“ gegangen seien.
Tatsächlich könne ein Produkt in Hunderten Varianten entstehen, wovon einige dann in das Geschäftsfeld Automobiltechnik gingen, andere wiederum zum Beispiel in die Hausgerätetechnik, erklärte Rotthaus. Produziert würden die Varianten auf der gleichen Maschine.
