CLOPPENBURG - Der im Mai 2007 neugegründete Palliativ-Stützpunkt Cloppenburg will die palliativ-medizinische Versorgung im Landkreis nachhaltig verbessern. Der erste Schritt des mehrstufigen Konzepts ist die Einrichtung einer 24-Stunden-Hotline ab Oktober, hat am Freitag das St.-Josefs-Hospital mitgeteilt. Diese zentrale Anlaufstelle informiert Patienten, Angehörige, Pflegende, Ärztinnen und Ärzte unter 0 44 71/ 16 16 16 über alle palliativ-medizinischen Versorgungsmöglichkeiten und Betreuungsangebote.

Palliativ-Medizin ist die aktive und umfassende Behandlung schwerkranker Patienten mit begrenzter Lebenserwartung, bei denen das Hauptziel der Behandlung nicht mehr in einer Verlängerung der Überlebenszeit, sondern in der Verbesserung der Lebensqualität liegt. „Dazu müssen die körperlichen Symptome schwerkranker und sterbender Menschen bestmöglich gelindert werden und dies mit Respekt vor ihrer Integrität und Würde“, erläutert Dr. Aloys Klaus, Palliativmediziner und Chefarzt am Cloppenburger St. Josefs-Stift.

Das Cloppenburger Krankenhaus koordiniert die Arbeit der an der Palliativ-Versorgung beteiligten Haus- und Fachärzte sowie der betreuenden Einrichtungen. „Wir wollen eine qualifizierte Palliativ-Versorgung überall dort sicherstellen, wo Menschen sterben: Zu Hause, in Pflegeeinrichtungen und im Krankenhaus“, unterstreicht Dr. Matthias Wenck, Facharzt für Allgemein- und Palliativmedizin und Vertreter der niedergelassenen Ärzte im Palliativ-Stützpunkt Cloppenburg.

An diesem gemeinsamen Ziel arbeiten neben Medizinern die Caritas-Sozialstation Cloppenburg als spezialisierter ambulanter Pflegedienst, das stationäre Hospiz St. Anna in Dinklage, der ambulante Hospizdienst des St.-Josef-Stifts und der Hospizdienst für den Landkreis Cloppenburg sowie die Katholische Pfarrgemeinde St. Andreas Cloppenburg für die seelsorgerische Betreuung. Auch die Psychologen der Erziehungsberatungsstelle Cloppenburg unterstützen Patienten und Angehörige.

In der flächendeckenden ambulanten Palliativ-Versorgung gibt es derzeit noch Defizite. Die ambulante Versorgung erfolgt häufig getrennt durch Hausärzte, Pflegedienste und ambulante Hospizdienste. Fehlende palliativ-medizinische Qualifikation führt bei Problemen in der Schmerz- und Symptombehandlung oder bei psychosozialen Krisen zur Unterversorgung oder Fehlversorgung durch vermeidbare Krankenhausaufenthalte. Der hohe Zeitaufwand für die Behandlung palliativ-medizinischer Probleme kann im Rahmen der hausärztlichen Versorgung oft nicht alleine geleistet werden. So kommt es, dass die meisten Menschen in Hospitälern und Heimen sterben, obwohl es der Wunsch vieler ist, bis zum Tode in der vertrauten Umgebung betreut zu werden.