CLOPPENBURG - Männer sind laut Statistik besonders gefährdet. Bei rechtzeitigem Erkennen steigen die Heilungschancen.
Von Bodo Meier
CLOPPENBURG - Darmkrebs ist für viele Menschen immer noch ein unangenehmes Thema. Um Vorurteile auszuräumen, hat das Cloppenburger St.-Josefs-Hospital am Sonnabend seinen Krebsinformationstag wiederholt.„In den letzten Jahren hat sich auf dem Gebiet der Krebsvorsorge sehr viel getan“, erklärte der Chirurg Dr. Hendrik Faust. Gerade bei Darmkrebs sei die Heilungschance durch regelmäßige Vorsorge und rechtzeitige Diagnose sehr hoch. Oft könne die komplette Heilung erfolgen, so der Mediziner bei seiner Erläuterung der Operationsmethoden. Leider grassiere gerade bei Männern weiter die Vorsorge-Angst.
So war es erfreulich, dass zahlreiche Ehepaare und sogar einzelne Männer den Weg zum Informationstag fanden. In Fachvorträgen referierten Ärzte verschiedenster Disziplinen über Krebserkrankungen sowie deren Therapie- und Heilungsmöglichkeiten. Dr. Adij Widjaja verwies auf die Notwendigkeit der „Koloskopie“ (Darmspiegelung) zur Vorsorge für Menschen vom 55. Lebensjahr an.
Laut Statistik erkranken jährlich weltweit 60 000 Patienten an Darmkrebs. Nur die Hälfte davon überlebt. Bei Männern stellt diese Krebsart den zweithäufigsten Tumor dar. Bei Frauen liegt sie auf Platz drei, so Widjaja. Als erste Voraussetzung für eine beschwerdefreie ambulante Untersuchung riet er zur gänzlichen Darmentleerung. Dem pflichtete seine Kollegin Dr. Henrike Pakula, die in ihrer Praxis Krebsvorsorge anbietet, bei. So werden bereits bei der Untersuchung kleine Polypen entfernt, bevor sie Schaden anrichten können. Nur bei dem Anfangsstadium entwachsenen Tumoren erfolgen chirurgische Eingriffe.
Eine Operation könne eventuell durch eine Strahlenbehandlung vermieden oder im Umfang vermindert werden, hob Dr. Christian Stallmann hervor. Gerade im Enddarmbereich stiege die Chance ohne einen künstlichen Darmausgang (Stoma) auszukommen, durch eine Strahlenbehandlung.
Über Folgen und Risiken der Chemotherapie sprach Dr. Frank Hammersen, während Dr. Maria Bullermann-Benend das Thema Ernährung beleuchtete. Die individuelle Betreuung von Stomapatienten und die Arbeit ihrer Selbsthilfegruppe beschrieb Elke Lüken. Zudem gab es Informationen zu den verschiedenen Selbsthilfegruppen.
