CLOPPENBURG - CLOPPENBURG/BOM - Der Aktionstag „Mähen und Dreschen wie in vergangener Zeit“ hat am Sonntag trotz des Regens zahlreiche Besucher ins Museumsdorf gelockt. So auch Annette und Michael Haake, die mit ihren Kindern Moritz und Jakob eigens aus Bremen angereist waren. Sie wollten sehen, wie es in der Zeit der beginnenden Mechanisierung der Landwirtschaft während der Ernte auf Feld und Hof denn aussah.
So kennen in der heutigen Zeit nur noch viele Ältere die lärmenden, über lange Lederriemen angetriebenen, hölzernen Ungetüme, die seinerzeit von Hof zu Hof zogen, um Getreide zu dreschen und Stroh zu pressen. Die Attraktion des Tages war somit auch die Dreschmaschine vom Oldtimerclub Nikolausdorf. Sie wurde von einem Lanz Bulldog, beide Baujahr 1936, angetrieben. Das Team um Franz Loschen sorgte vor dem Hintergrund der arbeitenden Bockwindmühle für ein Bild wie aus längst vergangener Landarbeitszeit.
Wie die Manschen früher ganz ohne maschinelle Hilfe das Korn aus den Ähren geschlagen haben, durften die Besucher sehen und auch selbst ausprobieren. Unter fachmännischer Anleitung von Sabrina Roth übten Kinder und Erwachsene den richtigen Umgang mit einem Dreschflegel. Wie auch die Geschwister Karlotta und Fynn Sowinski aus Haselünne hatten die meisten „Arbeitswilligen“ nach ein paar Runden den Bogen raus.
Dreschflegel wurden oftmals noch ein Jahrhundert nach der Erfindung der Dampfdreschmaschine von vielen Bauern benutzt. So musste überall dort, wo „Glattstroh“ als Nebenprodukt entstehen sollte, mit dem Flegel gedroschen werden. Die Maschinen lieferten nämlich anfangs lediglich „Wirrstroh“. Glattstroh benötigten die Menschen aber früher für ihre Betten oder beispielsweise zum Flechten von Bienenkörben.
Ein Pferdegöpel in Betrieb, die so genannte Rossmühle, wurde außerdem in der Wehlburg präsentiert. Das Kaltblutpferd „Melanie“, geführt von Thomas Ostendorf, versah dort treu seinen Dienst.
