CLOPPENBURG - CLOPPENBURG/EB - Insektenbekämpfung in Hausgärten und in der Landwirtschaft reduzieren die Eidechsenbestände in der Natur. Heute gehört die Gruppe der Eidechsen zu den aussterbenden Arten in Norddeutschland. Das ist die traurige Bilanz eines Vortrages über die Eidechsenvorkommen und die Lebensweise dieser Tiergruppe in Deutschland.
Mit einzigartigen Bildern und kleinen Filmausschnitten aus dem Leben der heimischen Eidechsen hat der Cloppenburger Referent Dr. Gerhard Weyrauch seine Zuhörer im Hotel Taphorn begeistert. Von den vier in Deutschland lebenden Eidechsenarten kämen im Landkreis Cloppenburg nur die Wald- und die Zauneidechse vor. Für beide Arten gebe es hier allerdings nur noch wenige Nachweise, betonte der Experte. Ein wichtiger Beitrag des Vortrages war die Lebens- und Verhaltensweise der Zauneidechse, die in Deutschland in unterschiedliche Rassen aufgeteilt wird. Keinem der Zuhörer war bislang bekannt, dass sich die jungen Eidechsen im Jahr bis zu sieben Mal häuten. Junge Eidechsen sind sofort selbstständig. Ihr Verhalten ist angeboren. Eindrucksvolle Filmaufnahmen gab es auch zum Revier- und Kampfverhalten der männlichen Zauneidechsen. Diese unblutigen Kämpfe können sich über Stunden hinziehen. Die ruckartigen Bewegungen während des Kampfes dienen offenbar der Arterkennung.
Dr. Gerhard Weyrauch hat als bundesweit anerkannter Herpetologe (Anm.d.Red.: Herpetologie ist die Lehre und Kunde von den Tierklassen der Amphibien und Reptilien) zum Verhalten der Zauneidechse seine Dissertation geschrieben, die auch als Druck des Laurenti-Verlages aus Bielefeld vorliegt. Titel: Verhalten der Zauneidechse, ISBN 3-033066-27-1.
Wer etwas zur Erhaltung der Eidechsenarten tun möchte, sollte in seinem Garten mehrere kleine Steinhaufen aufschütten und die Nahrungsgrundlage der kleinen Reptilien nicht mit Giften reduzieren, empfiehlt der Naturschutzbund im Kreis Cloppenburg. Info-Materialien zum Themenbereich eines Naturgartens gebe es in allen NABU-Geschäftsstellen.
