CLOPPENBURG - Für die Jüngeren sind es die Pkw der Väter. Für die Nachkriegsgenerationen waren es vielfach die ersten Automobile: Ein Mercedes 170 mit 45 PS oder ein Borgward Isabella – mit sagenhaften 60 PS, der TS sogar mit 75. Wer seinerzeit mit dem Motorrad unterwegs war, hatte meist den Führerschein der Klasse vier. Und damit durften nur Kraftfahrzeuge bis 250 cm³ gefahren werden. So blieb oft als erstes Auto der „Goggo“. Solch ein Goggomobil glänzte am Wochenende beim Oldtimertreffen auf dem Cloppenburger Marktplatz.
Manfred Brockmann aus Bremen Nord kam mit seinem TS 300 Coupé und einem Dethleffs-Camper – beide Baujahr 1967. Auch sein Vater Hermann hatte als erstes Auto einen „Goggo“, und Sohn Manfred durfte als frischer Führerscheinbesitzer seine erste Runde ohne Fahrlehrer auf dem väterlichen Gefährt drehen. Da wurde der Wunsch geboren, selber ein Auto aus dem Haus von Hans Glas zu besitzen. Brockmann tauschte es gegen sein Motorrad und restaurierte viereinhalb Jahre, bis der „blaue Renner“ mit dem eigentümlichen Auspuffgeräusch 2005 einsatzbereit war. Das Gespann brachte ihn und seine Frau Erika sowie Yorkshire-Terrier „Billy“ unter anderem schon an die Cote d’Azur. Oldtimertreffen – so Brockmann weiter – seien für ihn Labsal und Dank für die vielen Stunden Arbeit, die er in seinen Zweitwagen gesteckt habe.
Die Veranstaltung, die nach fünf Jahren von Martin Vorwerk wieder neu belebt worden war, bot nicht nur den regionalen Oldtimerclubs die Gelegenheit ihre Karossen auszustellen. Zahlreiche Traktoren, Nutzfahrzeuge und Kuriositäten auch aus entfernteren Orten durften die Besucher an den beiden Tagen bewundern.
In der Münsterlandhalle stand unter anderen der auf Hochglanz polierte Mercedes 170 (Baujahr 1951) von Franz Bahlmann aus Kneheim. Auf dem Marktplatz standen ein Citroen Traction Avant – besser bekannt als „Gangsterlimousine“ – und ein Polizeikäfer friedlich nebeneinander. Viele nutzen die Gelegenheit, sich mit Ersatzteilen bei den 70 Händlern einzudecken – oder nur passende Accessoires aus vergangenen Tagen für ihr Gefährt zu erstehen. Mit 6300 Besuchern und über 1000 Fahrzeugen sieht sich Vorwerk mit der Ausstellung auf dem richtigen Weg, so dass es nächstes Jahr eine Wiederholung geben wird.
