CLOPPENBURG - „Wir möchten, dass bis zum Jahr 2020 47 Prozent des Stroms aus erneuerbaren Energien produziert werden.“ Dieses Vorhaben machte Dietmar Schütz, Präsident des Bundesverbands Erneuerbare Energie, zu Beginn der Podiumsdiskussion am Mittwochabend im Bildungswerk Cloppenburg deutlich. Zurzeit liege der Anteil bei 15 Prozent.

Aus Anlass seiner Sommertour „Vorfahrt für erneuerbare Energie“ hatte der Bundesverband die Bundestagskandidaten im Wahlkreis Cloppenburg/Vechta eingeladen. In der von Undine Ziller moderierten Diskussion stellten die Kandidaten ihre Positionen zu den Themen Atom- und Kohlekraft oder Erneuerbare Energien dar: SPD-Kandidatin Gabriele Groneberg (SPD) plädierte für einen Energiemix. Dabei machte sie deutlich, dass es für die SPD einen Ausstieg aus dem Atomausstieg nicht in Frage komme.

Für den Bereich Kohle präferiere sie einen langsamen Rückzug. Wichtig sei eine Umstellung auf saubere Kohlekraftwerke. Groneberg: „Alles zugleich geht nicht.“ Der umweltpolitische Sprecher der CDU im Landtag, Martin Bäumer – er war in Vertretung für Franz-Josef Holzenkamp gekommen –, sagte, die erneuerbare Energie müsse sicher, sauber und bezahlbar sein. „Die Zukunft liegt auch für die CDU in der regenerativen Energie“, so Bäumer. Er machte jedoch auch deutlich, dass Atomenergie und Kohle nicht leichtfertig aus den Händen gegeben werden dürften.

Für Peter Friedhoff (FDP) steht fest, dass mit fossilen Brennstoffen auf Dauer nicht zu rechnen ist. Innovationen müssten Kohlekraftwerke auf den neuesten Stand bringen.

Energie aus regenerativen Trägern müssten in Privathaushalten und in der Wirtschaft stärker gefördert werden, forderte Josef Dobelmann (Grüne). Gleichzeitig sei ein sofortiger Ausstieg aus der Atomenergie notwendig. Es dürfte aber keine Technologie ohne Zustimmung der Bevölkerung durchgesetzt werden, ergänzte Dobelmann.


„Wir setzen auf die erneuerbare Energie und sind gegen Atomenergie und den Bau neuer Kohlekraftwerke", stellte Linken-Kandidat Markus Schalk die Position der Partei klar. Ein weiterer Aspekt sei die Bezahlbarkeit von Energie.

Im letzten Teil der Podiumsdiskussion stand das Thema Biogasanlagen an. Im Landkreis Cloppenburg gibt es 83 Biogasanlagen unterschiedlicher Größen. „Es hat sicher auch etwas mit der Genehmigungspraxis vor Ort zu tun“, antwortete Gabriele Groneberg auf die Frage nach der Vielzahl der Anlagen. Die Zukunft liege in der Verarbeitung der Wärme. „Die Akzeptanz von erneuerbaren Energien stößt im Landkreis Cloppenburg an ihre Grenzen“, sagte Josef Dobelmann.

Gorleben stehe als Endlager nicht mehr zur Verfügung, ist sich Groneberg sicher. Bäumer hingegen geht von einer weiteren Nutzung des Atomendlagers aus. Er erteilte anderen angedachten Standorten wie in Bad Zwischenahn (Landkreis Ammerland) oder Wahn (Emsland) eine Absage.