CLOPPENBURG - Die Jugendlichen flicken Schläuche, bringen neue Bremsen an und reparieren kaputte Rücklichter. In der Fahrradwerkstatt der Haupt- und Realschule Leharstraße sind handwerkliches Geschick und Interesse an der Mechanik gefragt.

Jetzt hat die Gemeindeunfallversicherung in Braunschweig dieses Projekt mit dem – mit 500 Euro dotierten – „Preis zur Verkehrssicherheit“ ausgezeichnet. Mit dem Preisgeld sollen nun Ersatzteile und weiteres Lernmaterial gekauft werden.

„Unsere Fahrradwerkstatt funktioniert wie eine kleine Firma“, erklärt der verantwortliche Lehrer Thomas Alberding. Die Jugendlichen nähmen eingehende Aufträge am Computer an, ermittelten die entstehenden Kosten und kümmerten sich anschließend um eine möglichst kostengünstige Reparatur.

Zahlen brauchen die Kunden und Mitschüler nur die Ersatzteile. Die Arbeitszeit berechnen die Schüler mit einem Euro pro Stunde. Dieses Geld fließt als Spende in die Fahrradkasse. Mittwochs und donnerstags ist die Werkstatt besetzt. Im Rahmen des Nachmittagsunterrichts kümmern sich ab 14 Uhr zwei Gruppen von jeweils vier Schülern neben der Reparatur von Fahrrädern auch um die Einrichtung des Lagers.

Beim Projekt „Lehar Bikes“ arbeitet die Schule mit der Agentur für Arbeit und dem Caritas-Sozialwerk zusammen. Es wird im Rahmen der vertieften Berufsorientierung angeboten und soll den Schülern einen Einblick in die Abläufe und Prozesse einer Fahrradwerkstatt ermöglichen.


Unter der Leitung von Alberding und der Diplom-Sozialpädagogin Brigitte Rode lernen die Jugendlichen, mit den Anforderungen der Arbeitswelt umzugehen. Auch eignen sie sich Eigenschaften wie Verlässlichkeit und Teamdenken an. „Es macht uns Spaß, an den Fahrrädern herum zu schrauben. Alles können wir natürlich nicht reparieren. Das Schwierigste war bislang, eine Radgabel auszutauschen“, erklärt Angelo Balhas. Er ist seit Beginn des Projekts im Sommer vergangenen Jahres dabei.