CLOPPENBURG - Rund 100 Vertreter aus 18 niedersächsischen Dörfern haben am Mittwoch die Preisverleihung des 22. Landeswettbewerbs „Unser Dorf hat Zukunft“ in der Stadthalle besucht.
Landrat Hans Eveslage (CDU) betonte, dass sich die Bewertungskriterien des seit 1972 im Kreis Cloppenburg veranstalteten Wettbewerbs verschoben hätten, dies dokumentiere auch die Namensänderung von „Unser Dorf soll schöner werden“ in „Unser Dorf hat Zukunft“. Eveslage: „Um es etwas überspitzt zu sagen: Ich halte zum Beispiel für die Zukunftsfähigkeit das ehrenamtliche Engagement einer Seniorengruppe für die Tagesbetreuung von Kindern im Dorfgemeinschaftshaus für wichtiger als die Geranien, die dort vor dem Fenster stehen.“
Auch Niedersachsens Landwirtschaftsminister Hans-Heinrich Ehlen (CDU) erklärte, dass sich der Wettbewerb zwar verändert, aber nichts von seiner Bedeutung eingebüßt habe. „Er ist nach wie vor die größte Bürgerinitiative und hält die Menschen zur Eigenverantwortung an.“ Ehlen betonte, dass er sich eine stärkere Beteiligung wünsche. 374 Dörfer hätten zuletzt teilgenommen, wenn die Zahl wieder auf mehr als 500 steige, könne das Land vier Vertreter zum Bundeswettbewerb schicken.
Cloppenburgs Bürgermeister Dr. Wolfgang Wiese bescheinigte der Bewertungskommission „Sachkompetenz, Präzision und Stehvermögen“. Die Kommission unter Leitung des Ministeriums für den ländlichen Raum, Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz hatte im Mai in sechs Tagen 18 Dörfer bereist.
Landrat Eveslage unterstrich die besondere Bedeutung des Wettbewerbs für den Kreis Cloppenburg. Seit dem ersten Kreiswettbewerb 1972 hätten sich rund 40 000 Bürger aus 90 Dörfern daran beteiligt. 25 Dörfer qualifizierten sich dabei für Regional-, Landes- oder Bundeswettbewerbe. Eveslage: „Anhand der Tätigkeitsberichte aus den Dörfern lässt sich ermitteln, dass etwa pro Jahr 150 000 Euro für zweckgebundene Maßnahmen aufgewendet werden. Das entspricht einer Verzehnfachung der gewährten Anerkennungs- und Preisgelder des Landkreises.“
siehe Region, Seite 12
