Cloppenburg - Die Nährstoffüberschüsse im Land sollen abgebaut werden, daher verabschiedete die Bundesregierung im vergangenen Jahr eine neue Düngeverordnung. Doch was heißt das für Landwirte, Lohnunternehmer, Lebensmittelhändler und die Verbraucher? Während im Landwirtschaftsministerium in Hannover die Umsetzung des aktualisierten Düngerechts in das Landesrecht vorbereitet wird, soll ein Planspiel zu der Thematik in Cloppenburg Strategien testen. Auch Lösungsmöglichkeiten können so erarbeitet werden, heißt es in einer Pressemitteilung der Georg-August-Universität Göttingen, die an dem Planspiel beteiligt ist.
Das Projekt wird von der Göttinger Sozialwirtin Gerlinde Wiese geleitet und in Zusammenarbeit mit dem Landvolk Niedersachsen und der Landwirtschaftskammer Niedersachsen durchgeführt. Das Planspiel wurde mit finanzieller Unterstützung durch die Landwirtschaftliche Rentenbank an der agrarwissenschaftlichen Fakultät der Göttinger Universität entwickelt und dort zweimal mit Studenten getestet. Mittlerweile fördert das niedersächsische Landwirtschaftsministerium das Projekt. Dieses wird vom 9. bis 11. November an den Berufsbildenden Schulen (BBS) am Museumsdorf in Cloppenburg – und damit nun erstmals in einer viehintensiven Region zum Einsatz kommen.
60 Teilnehmer können am Planspiel mitwirken. In Teams von drei bis fünf Personen spielen sie eine fiktive, aber realitätsnahe Situation nach. „Die einzelnen Teams schlüpfen beispielsweise in die Rolle eines landwirtschaftlichen Betriebs, Lebensmittelhändlers, Umweltschützers oder Landwirtschaftsministers“, heißt es weiter. Mit den anderen Teams kommen sie über eine Internetplattform in Kontakt – dort können sie verhandeln, Entscheidungen fällen und somit die Folgen ihres Handelns miterleben. Da das Planspiel fiktiv ist, geschieht dies ohne tatsächliches Risiko. „Die Teilnehmer bekommen spielerisch Einblicke in die Nährstoff-Problematik, können sich mit Experten unterschiedlichster Fachrichtungen austauschen, Strategien ausprobieren und Schlüsse für den eigenen Betrieb ziehen.“ Bauämter oder andere Akteure, die nicht im Planspiel vertreten sind, werden von der zehnköpfigen Spielleitung vertreten.
Zu den weiteren Unterstützern zählen unter anderem der Bundesverband Lohnunternehmen sowie das Umweltzentrum Oldenburger Münsterland (Stapelfeld). Die BBS am Museumsdorf stellen für drei Tage die Räumlichkeiten für das Planspiel zur Verfügung. „Für uns bietet sich damit eine gute Gelegenheit, das ungeliebte Thema Nährstoffüberschüsse im Unterricht anschaulich zu diskutieren“, so Robin Schnell, Leiter der Abteilung Agrarwirtschaft, die sich mit einer Klasse von Fachschülern am Planspielbeteiligt.
Die Teilnahme an dem fiktiven Spiel ist kostenlos und setzt keine speziellen Kenntnisse voraus. Es wird vom 9. bis 11. November an der Berufsbildenden Schule am Museumsdorf durchgeführt, es beginnt am Freitag um 14 Uhr und endet Sonntag um 14 Uhr. Anmeldungen für das Planspiel können per E-Mail unter gwiese@uni-goettingen.de erfolgen.
