Cloppenburg - Zum Rückruf Hunderter Herzschrittmacher des Herstellers Medtronic (die NWZ berichtete) nahmen am Donnerstagmorgen Prof. Dr. Joachim Schrader, Chefarzt der Inneren Medizin und Ärztlicher Direktor, und Lutz Birkemeyer, Geschäftsführer, vom St.-Josefs-Hospital bei einem Pressegespräch Stellung. Momentan gebe es im Cloppenburger Krankenhaus keinen bekannten Fall eines Rückrufs von Herzschrittmachern der Firma Medtronic, erklärte Birkemeyer. „Wir sind von der Rückrufwelle derzeit nicht betroffen.“ Es gebe 23 bis 25 geschätzte Altfälle aus vergangenen Jahren, bei denen jedoch bereits die Versorgung revidiert und die defekten Geräte bereinigt wurden, so Birkemeyer weiter. Außerdem setze man am St.-Josefs-Hospital keine Herzschrittmacher des Herstellers Medtronic mehr ein, sondern nutze Geräte einer anderen Marke, stellte der Geschäftsführer klar.
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Birkemeyer erläuterte, wie ein Rückruf von Herzschrittmachern im Cloppenburger Krankenhaus abläuft: Jedem Gerät ist eine Seriennummer zugeordnet. Ist ein Herzschrittmacher fehlerhaft, schickt der Hersteller eine Nachricht an das Hospital, das anschließend den betroffenen Patienten informiert. Dieser wird zur Kontrolle in die Klinik einbestellt und untersucht, damit der Herzschrittmacher wieder einwandfrei funktioniert.
Grippewelle bahnt sich an
Auch eine Grippewelle deute sich derzeit im St.-Josefs-Hospital an, informierten Schrader und Birkemeyer. Derzeit gebe es rund 140 internistische Patienten im Hospital, vor allem ältere Menschen mit mehreren chronischen Erkrankungen unterschiedlicher Organsysteme. Schrader erklärte, dass solche Erkrankungen durch die Grippe begünstigt würden, die dann in einem stationären Aufenthalt mündeten. Die Grippe gebe sozusagen den Anlass und sei Auslöser, so Birkemeyer. Er meldete auch, dass momentan ein großer Andrang am St.-Josefs-Hospital herrsche und man an Kapazitätsgrenzen stoße – wie andere Krankenhäuser in der Region auch. Das Cloppenburger Krankenhaus sei aber weiterhin anfahrbar und nehme natürlich jederzeit Notfallpatienten auf.
Anlass des Gesprächs war jedoch ein anderes Thema gewesen: Birkemeyer und Schrader stellten mit dem Pflegedirektor Wilfried Schlotmann das Programm vom „Forum Medizin“ vor. Ärzte des Cloppenburger Hospitals zeigen am Montag, 25. Februar, um 19 Uhr in der Cloppenburger Stadthalle anhand von Einzelfällen auf, dass Medizin manchmal auch eine Detektivarbeit ist. Der Eintritt ist frei. Es werde ein buntes Programm für einen spannenden und kurzweiligen Abend geboten, versprach Birkemeyer.
Zuhören und nachdenken bei Diagnose
An diesem Abend sollen neben Raritäten auch Häufiges aus dem Alltag vorgestellt werden. Es gehe dabei um Diagnostik und Symptomatik. Die Botschaft für die Diagnose sei „zuhören und nachdenken“, betonte Schrader. Ärzte müssten sich dabei zeitweise als echte Detektive beweisen, und die Symptome sowie die zur Verfügung stehenden Therapiemethoden aufeinander abstimmen. Gebe es nach der Veranstaltung noch spezifische Nachfragen zu bestimmten Themen, werden diese in monatlichen Patientenforen mit Referenten aus dem Krankenhaus beantwortet, erklärten die Organisatoren.
