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Soestebad „Eintrittspreise um 20 Prozent senken“

CLOPPENBURG - Die Politik hat eine erste Konsequenz aus der Pannenserie beim Cloppenburger Soestebad gezogen: An Dienstag empfahlen die Mitglieder des Ausschusses für Familie, Soziales, Jugend, Sport, Kultur und Markt auf Vorschlag der CDU dem Rat einstimmig zum Beschluss, die Eintrittspreise pauschal um 20 Prozent zu senken.

Diese Regelung soll solange gelten, bis alle Attraktionen im Bad im Betrieb sind. Nach wie vor funktionieren im Wellnessbecken die Gegenstromanlage, die Fontäne und die Sprudelliegen nicht, weil die entsprechenden Pumpen defekt sind.

Ausschussmitglieder wütend

Ihren Unmut über eine weitere Verteuerung der Badsanierung um 537 000 Euro, verbunden mit schwachen Besucherzahlen, baulichen Unzulänglichkeiten und einem verspäteten Eröffnungstermin, machten einige Ausschussmitglieder Luft. Am härtesten ging dabei Josef Kuper (CDU) mit der Verwaltung ins Gericht, der er eine haarsträubende Informationspolitik vorwarf: „Am 6. Dezember 2010 erklärt der Generalplaner, dass er mit dem Geld nicht auskommt. Und bei der Eröffnung Mitte Januar spricht der Bürgermeister von einer Punktlandung.“ Die Handwerker – so Kuper weiter – hätten jede Menge offene Rechnungen: Wer eine Leistung erbracht habe, müsse jetzt auch sein Geld bekommen, forderte Kuper. Das ein mit Mängeln behaftetes Schwimmbad statt sieben nun 8,137 Millionen Euro koste, sei dem Steuerzahler nur sehr schwer zu vermitteln: „Wollen wir das Ergebnis, was jetzt da ist, dem Bürger zumuten?“ Es sei äußerst problematisch, dass die Verwaltung erst mit unangenehmen Wahrheiten herausrücke, „wenn die Hütte schon kilometerhoch brennt“. Kuper wörtlich: „Wofür beschäftigen wir eigentlich Fachleute? Kindergarten!“

Aber auch von der SPD bekam der Allgemeine Vertreter des Bürgermeisters, Andreas Krems, der die nochmalige Verteuerung des Bades als „Kostenfortschreibung“ bezeichnet hatte, sein Fett weg. Krems – so Bonk – würde in „Juristenart herumlavieren“. Und in Bezug auf die Sanierungskosten fragte das SPD-Ausschussmitglied: „Können Sie garantieren, dass das jetzt das Ende der Fahnenstange ist?“ – was Krems verneinte.

„Geld für Firmen ist da“

Krems verwahrte sich allerdings gegen die Kupersche Behauptung, dass die Rechnungen nicht bezahlt werden könnten: „Wir haben das Geld, keine Firma muss unberechtigt warten.“


Oliver Tober, Bauleiter des verantwortlichen Architekturbüros Geising+Böker (Vechta), hatte die unangenehme Aufgabe, den Ausschussmitgliedern die erneute Kostensteigerung im Detail zu erklären: So seien allein 191 000 Euro in die allgemeinen Baukosten – und hier besonders in die Grundwasserabsenkung der Baugrube des Lehrschwimmbeckens II – geflossen. Die restlichen 392 000 Euro hat eine Vielzahl von Nachbesserungen verschlungen – hier wurden vor allem die „abgängigen“ Pumpen erwähnt. Mangelnde Sorgfalt im Umgang mit diesen teuren Teilen, die wiederverwertet werden sollten, warfen daraufhin SPD und Grüne Tober vor. Letzterer musste zudem noch einräumen, dass die Mehrarbeit für den Generalplaner auch ein entsprechend höheres Honorar für diesen nach sich gezogen habe.

Carsten Mensing
Carsten Mensing Redaktion Münsterland
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