CLOPPENBURG - Für ihr lebensrettendes Engagement hat Tina Janssen aus Barßel eine Urkunde der Deutschen Knochenmarkspenderdatei (DKMS) bekommen. Frauke Hülsmann-Martin, Personalleiterin des Caritas-Vereins Altenoythe, übernahm am Mittwoch im Namen der DKMS die Ehrung in Cloppenburg.

Sie betonte, wie wichtig es sei, dass sich möglichst viele Menschen bei der Knochenmarkspenderdatei registrieren ließen. „Alle 45 Minuten erkrankt in Deutschland ein Mensch an Leukämie. Für viele dieser Patienten ist die Übertragung gesunder Stammzellen eines Fremdspenders die einzige Überlebenschance“, betonte die Caritas-Mitarbeiterin, die die Wahrscheinlichkeit, einen geeigneten Spender zu finden, mit einem Sechser im Lotto verglich. In einem rührenden Brief hat sich der noch anonyme Leukämie-Kranke aus den USA bei Tina Janssen für ihre Stammzellen-Spende bedankt.

Die 29-jährige Heilerziehungspflegerin des Cloppenburger Sprachheilkindergartens hatte sich bereits vor einigen Jahren in die Deutsche Knochenmarkspenderdatei aufnehmen lassen. Vor drei Jahren erhielt sie die Nachricht, dass sie als Spenderin für einen Leukämie-Patienten infrage käme. Da es ihm aber gesundheitlich noch gut ging, war eine Transplantation zunächst nicht notwendig. Als sich sein Gesundheitszustand aber dramatisch verschlechterte, erklärte sich Tina Janssen sofort bereit, eine periphere Stammzellenentnahme vornehmen zu lassen.

Ende Oktober reiste sie zur Vorsorgeuntersuchung in eine Klinik nach Frankfurt/Main, wo ihr Gesundheitszustand überprüft wurde. Fünf Tage vor der eigentlichen Spende musste sie sich täglich drei Spritzen setzen. Anschließend fuhr Tina Janssen, begleitet von ihrer besten Freundin, wieder in die Frankfurter Klinik. Dort wurde innerhalb von fünfeinhalb Stunden ein Blutaustausch vorgenommen und die benötigten Stammzellen herausgefiltert. Diese Stammzellen bedeuten die wohl einzige Überlebenschance für den 67-jährigen US-Amerikaner. Tina Janssen betonte, dass sie jederzeit wieder als Spenderin zur Verfügung stünde: „Nach den Spritzen und der Blutentnahme fühlte ich mich schlapp und müde, aber dies ist kein Vergleich zu dem Leiden, dass der Leukämie-Patient durchmachen muss. Ich bin sehr froh, dass ich auf diesem Weg helfen konnte und würde es immer wieder so machen.“

Sämtliche Kosten für Anreise, Verpflegung und Unterkunft wurden von der DKMS übernommen. Ob die Therapie erfolgreich ist, erfährt Tina Janssen in etwa drei Monaten. Nach Abschluss der Behandlung erfährt sie die Identität des Patienten, der sie schon jetzt zu einem Besuch in die USA eingeladen hat.