CLOPPENBURG - „Wenn der Job mit der Familie nicht vereinbar ist, suche ich mir einen anderen.“ Das sagen 80 Prozent der Fachkräfte zwischen 25 und 40 Jahren in einer Studie der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK). Nicht mehr nur das Kultur-, Einkaufs- oder Freizeitangebot gilt heute als weiche Standortfaktor, sondern zunehmend auch eine gute Kinderbetreuung.

Während für Unternehmen in Ballungszentren die Frage einer Kinderbetreuung immer wichtiger wird, um qualifizierte Mitarbeiter zu halten oder zu ködern, gibt es in Cloppenburg noch keinen Bedarf, wie eine Umfrage der Stadtverwaltung in den großen Betrieben ergeben hat. Gleichwohl sieht Wirtschaftsförderer Jörg Kalvelage die Kinderbetreuung für Betriebsmitarbeiter auch in Cloppenburg als Zukunftsthema, das seiner Ansicht nach beispielsweise im Sankt-Josefs-Hospital als größtem Arbeitgeber der Stadt nicht mehr fern liegt.

Cloppenburgs Erster Stadtrat Andreas Krems erwartet durch die politische Entwicklung in Bund und Ländern gerade in der Kinderbetreuung durch Dritte eine noch größere Dynamik, so dass sich nicht nur die Stadt, sondern auch die Geschäftsführer in Unternehmen Gedanken machen müssten, welche Auswirkungen das haben könnte.

Im Rathaus haben die Verantwortlichen deshalb die Zukunft der Kinderbetreuung in Cloppenburg und die Bedeutung für Gesellschaft und Wirtschaft zum Thema des „4. Cloppenburger Stadtgesprächs“ gemacht. Die Öffentlichkeit ist am Mittwoch, 2. Juli, ab 19 Uhr in den Rathaussaal eingeladen, sich an diesem Gespräch zu beteiligen. Zuvor werden die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Podiums ihre Position erläutern. Das sind Nancy Henke als Vorsitzende des Tagesmüttervereins im Landkreis, Hedwig Meyer-Rau als Leiterin des städtischen Kindergartens Sonnenblume – dort ist auch die Krippe der Stadt angesiedelt –, Sabine Hodde-Bretzke vom niedersächsischen Kultusministerium, Fachdienst Oldenburg, Helmut Themann als Kuratoriumsvorsitzender des Josefs-Hospitals sowie Norbert Schilmöller als Leiter des städtischen Familienbüros.