CLOPPENBURG - Geht es nach den Vorsitzenden der Ortslandvolk-Verbände Cloppenburg, Cappeln und Sevelten, sollen die Mitglieder des Cappelner Rates bei ihrer Sitzung an diesem Mittwoch gegen eine Flächennutzungsplan-Änderung hinsichtlich der Südtangente stimmen. Die Änderung sei ein wesentlicher Schritt hin zur Einleitung des Flurbereinigungsverfahrens, erklärten Theo Wilken (Cloppenburg), Gregor Gerwin (Cappeln) und Berthold Hachmöller (Sevelten) am Dienstag bei einem Pressegespräch beim Kreislandvolk. „Bei einem Flurbereinigungsverfahren tendieren die Einflussmöglichkeiten der Eigentümer und der Gemeinde gegen Null.“
Unterschriftenliste
Das Trio erinnerte die Cappelner Politiker an einen Ratsbeschluss vom 4. Juli 2007, nach dem einer Änderung des Flächennutzungsplanes nur dann zugestimmt werde, wenn es eine gütliche Einigung mit den Eigentümern gebe. Die Ortslandvolk-Vorsitzenden präsentierten eine Unterschriften-Liste von 33 Eigentümern, die von einem eventuellen Flurbereinigungsverfahren allein auf Cappelner Gebiet betroffen wären. „Die Entscheidung der Stadt, in Cloppenburg und Cappeln eine Flurbereinigung mit einer Größe von zirka 1000 Hektar durchzuführen, hat zu erheblichen Irritationen bei der Landwirtschaft geführt“, hieß es.
Eingeschränkt beteiligt
Darüber hinaus sei die Gemeinde Cappeln nur sehr eingeschränkt an den Cloppenburger Planungen beteiligt worden, kritisierten Gerwin und Hachmöller. Seit mehr als zehn Jahren hätten die Mitglieder und Gremien der drei Ortslandvolkverbände die Planungen und Bestrebungen der Stadt Cloppenburg positiv begleitet und zu vielen Gesprächen eingeladen. „Inzwischen haben die landwirtschaftlichen Betriebe aber den Eindruck gewonnen, dass sie von der Stadt Cloppenburg nicht ernst genommen werden“, ergänzte Wilken.
Dieses will der städtische Planungsamtsleiter Hermann Asbree so nicht stehen lassen. Primär wolle sich die Stadt mit den Besitzern der Flächen „einvernehmlich und auf freiwilliger Basis“ einigen. Das Flurbereinigungsverfahren habe lediglich „begleitenden und unterstützenden Charakter“. Nach dem grünen Licht des Cappelner Rates in Sachen Flächennutzungsplan werde man mit den Eigentümern sprechen.
Die drei Ortslandvolk-Vorsitzenden sind diesbezüglich weiterhin skeptisch. „Versuche einer Einigung mit den Landwirten haben entgegen den Behauptungen der Behörde für Geoinformation, Landentwicklung und Liegenschaften sowie der Stadt Cloppenburg nicht stattgefunden“, erklärten Wilken, Gerwin und Hachmölller unisono.
