CLOPPENBURG - Bei einem Treffen von niedergelassenen Ärzten im Cloppenburger Parkhotel ist jetzt das Versorgungsunternehmen „Ärztenetz Soestetal” ins Leben gerufen worden. Der regionale Verbund der Ärzte soll die verantwortliche Eigenständigkeit und die Individualität der Patientenversorgung erhalten.

Enge Zusammenarbeit

Ein Beispiel: Ein Patient geht mit Beschwerden zum Hausarzt. Dieser untersucht ihn eingehend und stellt bereits erste Diagnosen, bevor er ihn zum Facharzt weiter schickt. Im neuen Netzwerk kann der Hausarzt dem Kollegen Facharzt in Zukunft per Computer seine Untersuchungsergebnisse und Medikation zur Verfügung stellen, und dieser muss nicht wieder von vorne anfangen – eine zeitliche und finanzielle Entlastung für Arzt und Patient.

Durch die Gesundheitsreform gezwungen, suchten sich Krankenkassen und andere Kostenträger neue Versorgungsformen, heißt es von Seiten der Gründungsmitglieder: „,Soestetal’ steht für gemeinsame Qualitätsstandards, neue Versorgungsformen, wirtschaftliche Entwicklung und gesicherte wohnortnahe Betreuung aller Patienten“, so die Ärzte.

Gemeinsame Behandlung


Die patientenorientierte Versorgung müsse durch enge Kooperation und gemeinsame optimierte medizinische Behandlung gesichert werden, sagt Dr. Joachim Berndt, einer der Geschäftsführer der neuen Gesellschaft. „In diesen schwierigen Zeiten dürfen wir die ärztliche Versorgung in Cloppenburg nicht anonymen börsennotierten Kliniken mit angestellten Ärzten überlassen.“

Bereit für neue Aufgaben

Berndts Kollege Dr. Matthias Wenck, einer der Initiatoren des Zusammenschlusses, erklärt: „Unser Netz ist ein regionaler Verbund, der die wirtschaftliche Eigenständigkeit und die Individualität des Einzelnen erhält. Die Kostenträger werden gerade in den Zeiten eines Gesundheitsfonds neue Versorgungsformen suchen. Nur in enger Zusammenarbeit in abgestimmter Diagnose- und Behandlungsstrategie können wir Niedergelassenen unsere Patienten in der ausgabengedeckelten Finanzkrise des Gesundheitssystems behandeln.“ Der einzelne Arzt – so Wenck weiter – könne das nicht leisten. Die Zukunft liege in der gemeinsamen fach- und allgemeinärztlichen Verantwortlichkeit auch in Absprache mit den Kliniken. Wenck: „Wir sind bereit, uns den neuen Aufgaben zu stellen.“