CLOPPENBURG - Wasser von oben gab es am verregneten Donnerstag genug, als im Kreishaus des Landkreises Cloppenburg rund 200 Teilnehmer zum 17. Grundwasser-Workshop des Niedersächsischen Landesbetriebes für Wasserwirtschaft, Küsten und Naturschutz (NLWKN) zusammenkamen.
Thema der Fachtagung, die bereits zum dritten Mal in der Kreisstadt zu Gast war, war aber nicht der Regen, sondern das niedersächsische Grund- und Trinkwasser. Mathias Eberle, Referatsleiter für diese Fragen im niedersächsischen Umweltministerium in Hannover, erklärte: Wir als Umweltministerium sehen uns natürlich in der Pflicht, die Bürger mit vernünftigem Trinkwasser zu versorgen.
Damit das gelingt, stehen im Jahr 18 Millionen Euro aus Wasserentnahmegebühren, die die Wasserversorger entrichten, zur Verfügung. Die Mittel aus diesem Topf nutzt der NLWKN, um Maßnahmen zu finanzieren, die zur Verbesserung des Trinkwassers beitragen. Rund zwölf Millionen Euro fließen dabei in Maßnahmen zur Verminderung intensiver Bodennutzung oder in den Zwischenfruchtanbau zu Senkung des Nitratgehalts im Wasser. Die restlichen sechs Millionen Euro fließen in die landwirtschaftliche Wasserschutzberatung.
Niedersachsen setze eben auf vorbeugenden Wasserschutz, betonte NLWKN-Pressesprecherin Herma Heymken, damit eine Aufbereitung des Trinkwassers aufgrund zu hoher Nitratwerte überflüssig bleibe.
Über ein Kooperationsmodell erhalten niedersächsische Landwirte so finanzielle Unterstützung, wenn sie sich zum Beispiel bei ihrer Arbeit für die Senkung des Nitratspiegels im Grundwasser einsetzen.
Dieses Kooperationsmodell gibt es in Niedersachsen bereits seit 20 Jahren, und es hat nachweislich zur Senkung von Nährstoffüberschüssen im Wasser beigetragen.
Cord Leiber, Kooperationslandwirt aus Neuenkirchen/Vörden, erklärt: Wir verpflichten uns vertraglich gegenüber dem Wasserversorger, bestimmte Maßnahmen wie das Säen von Zwischenfrüchten vorzunehmen. Das wird auch kontrolliert.
Trotz der guten Erfahrungen mit dem Kooperationsmodell stößt dieses an seine Grenzen, weiß Eberle. Grund dafür seien die vermehrte Verwendung von Wirtschaftsdünger wie Gülle und Gärresten aus Biogasanlagen sowie eben deren steigende Zahl. Wir müssen deshalb mit einem ausgefeilten Nährstoffmanagement kommen, sagte Eberle.
Mittel könnten hier neue Wasserschutz- und Düngeverordnungen, die Ausweisung neuer Wasserschutzgebiete, aber eben auch die Beratung der Landwirte sein, damit sie für den bedarfsgerechten Gebrauch von Wirtschaftsdünger sensibilisiert würden und ihn sparsam einsetzten.
