CLOPPENBURG - Fachleute sprachen über die schwierige Situation rund um die Energie. Es gab auch Fingerzeige für hiesige Betriebe.

von bodo meier

CLOPPENBURG - Die Stromversorgung im Landkreis Cloppenburg sieht Landrat Hans Eveslage für die Zukunft gut aufgestellt. „Eigentlich sind wir durch die Biogas- und Windkraftanlagen im Landkreis autark“, sagte Eveslage am fünften Technologietag im Oldenburger Münsterland vor hochrangigen Vertretern der Politik und Wirtschaft aus den Kreisen Cloppenburg und Vechta am Donnerstagabend in der Stadthalle.

Im Mittelpunkt der Veranstaltung beider Landkreise standen die aktuelle Energierohstoffsituation, die erkennbaren Potenziale zukünftiger Energiegewinnung und die daraus resultierenden Erkenntnisse für die Wirtschaft.

Deutlich machte Prof. Dr. Thilo Bechstädt, Leiter des Steinbeis-Transferzentrums Georessourcen Heidelberg, dass die Preise, die für die Rohstoffe auf dem Weltmarkt erzielt würden, die Größe der Reserven beeinflussten. Bei höheren Rohstoffpreisen lohne sich der Abbau von ansonsten unrentablen Vorkommen, und die Reserven wüchsen, so der Geowissenschaftler.

Dass Erdgas oder Heizöl nicht als alleinige Möglichkeit zum Heizen eines Einfamilienhauses infrage kämen, zeigte Dr. Johannes Gottlieb, Leiter des Steinbeis-Transferzentrums Geothermik Karlsruhe, auf. An verschiedenen Beispielen verdeutlichte Gottlieb die Rentabilität der Erdwärme, die selbst einer Vergleichsrechnung aller drei Energiequellen standhielt.


Die Informationstechnik und Globalisierung seien die Ursachen für die tief greifenden Veränderungen in der Wirtschaft, stellte Professor Dr. Johann Löhn, Präsident der Steinbeis-Hochschule Berlin, fest. Globalisierung bedeutet für den Wissenschaftler auch die Wertschöpfung durch immer weniger Menschen, dass die Regierungen der Länder keine entschiedene Rolle mehr spielten, die steigende Kriminalität und eine unbegrenzte Finanzwelt.

Den Unternehmern gab Löhn Fingerzeige mit auf den Weg. Technologie: Welche Entwicklungen beeinflussen meinen Betrieb, und bedeuten sie Änderungen? Internationalität: Arbeitsplätze seien im Ausland meist vonnöten, aber die Entwicklung müsse in der Region bleiben. Diversifizierung: Wo liegen neue Wertschöpfungsmöglichkeiten für mein Unternehmen? Qualifikation: In der Regionalwirtschaft seien noch die besseren Köpfe. Mit der Öffnung des Studiums für Meister sieht Löhn Deutschland auf dem richtigen Weg im internationalen Vergleich.

Die Steinbeis-Stiftung begleitete erfolgreich Unternehmen seit 1999 in den Landkreisen in 1500 verschiedenen Projekten.