CLOPPENBURG - „Verdacht auf Ausbruch der Maul- und Klauenseuche in einem Kälbermastbetrieb in der Gemeinde Essen“ – so lautete am Dienstagmorgen das Übungsszenario, mit dem sich das Veterinäramt des Landkreises Cloppenburg im Rahmen der landesweiten Tierseuchenübung auseinander zu setzen hat. Zwei Tage lang proben Tierärzte und Verwaltungsmitarbeiter im Keller des Kreishauses den Ernstfall.
Nachdem die Lagemeldung beim Landkreis Cloppenburg eingegangen war, rief Veterinäramtsleiter Dr. Karl-Wilhelm Paschertz bereits um 9 Uhr den Krisenstab zu einer ersten Lagebesprechung zusammen. Dort wurden beispielsweise die erforderlichen Arbeiten für Probeentnahmen, epidemiologischen Erhebungen und Bestandstötungen sowie die verwaltungsrechtliche Umsetzung der erforderlichen Maßnahmen auf die bestehenden Teams verteilt.
Zunächst in Schaumburg
Nach der Übungsbeschreibung war die Seuche zunächst im Landkreis Schaumburg auf einem Milchviehbetrieb festgestellt worden. Von dort war ein Kalb über eine Sammelstalle im Landkreis Vechta an den Kälbermastbetrieb in der Gemeinde Essen geliefert worden. Weil direkter Kontakt zu einem Ausbruchsbetrieb gegeben war und Tiere in dem Kälbermastbetrieb bereits MKS-Symptome zeigten, mussten dieser Bestand mit rund 300 Kälbern und weitere 980 Mastkälber auf einem Betrieb in Löningen schnellstmöglich getötet werden.
Proben in 563 Betrieben
Zudem ist seuchenrechtlich vorgeschrieben, dass im Ein-Kilometer-Radius um einen Ausbruchsbetrieb alle Klauentiere zu töten und unschädlich zu beseitigen sind. Vom Krisenstab wurde schnell ermittelt, dass hiervon zehn Betriebe mit 9500 Rindern und Schweinen betroffen wären. Im Drei-Kilometer-Radius um den Ausbruchsbetrieb musste ein Sperrbezirk und im Zehn-Kilometer-Radius ein Beobachtungsgebiet eingerichtet werden. Anhand der vorliegenden Daten wurde errechnet, dass in 563 Betrieben mit 380 000 Klauentieren klinische Untersuchungen und Probennahmen durchzuführen wären. Um die Tötungen und die Untersuchungen zu bewältigen, wurden über die Task-Force Tierseuchenbekämpfung des Niedersächsischen Landesamtes für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (Laves) zusätzliche Tierärzte und weitere Hilfskräfte zur Unterstützung angefordert.
Zudem wurde beantragt, das Mobile Bekämpfungszentrum der Bundesländer anzufordern und in Cloppenburg aufzubauen. „Die MKS-Übung zeigt die gewaltigen Dimensionen, die ein Seuchengeschehen wegen der Tierdichte im Landkreis Cloppenburg schnell annehmen kann“, so Dr. Paschertz. Die Übung sei wichtig um festzustellen, in welchem Umfang Personal und Material für eine effektive Seuchenbekämpfung nötig sei. Eine zentrale Rolle spiele die Zusammenarbeit mit dem Laves und anderen Veterinärämtern.
