CLOPPENBURG - Nitrat im Grundwasser ist nach wie vor ein Problem. Die Menge an Dünger, die nicht von den Pflanzen aufgenommen werden und damit im Grundwasser landen kann, liegt bundesweit bei rund 70 Kilogramm Stickstoff pro Hektar. Darauf haben am Mittwoch Experten auf dem 15. Grundwasser-Workshop des Niedersächsischen Landesbetriebs für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) im Cloppenburger Kreishaus hingewiesen. Dieser hatte den Schutz des Grundwassers und damit des Trinkwassers zum Thema.
Gleichwohl: „Die Bilanzüberschüsse wurden durch gezielte Fachberatung sowie durch freiwillige Vereinbarungen zum Gewässerschutz von mehr als 100 kg Nitrat pro Hektar auf bis zu 60 kg abgesenkt“, sagte Mathias Eberle aus dem Umweltministerium.
„Die Bevölkerung erwartet, dass Trinkwasser in großen Mengen jederzeit zu Verfügung steht. Das ist auch der Fall, jedoch ist das Grundwasser auch Belastungen ausgesetzt“, so Eberle weiter. Ziel sei es, die erlaubte Höchstmenge von 50 Milligramm Nitrat pro Liter im Sinne der Vorsorge zu unterschreiten. Das könne nur in Kooperation zwischen der Landwirtschaft und der Wasserwirtschaft geschehen, waren sich die Diskussionsteilnehmer einig.
Seit 1993 gebe es Trinkwasserkooperationen in Niedersachsen. Nach anfänglichen Schwierigkeiten zeigten sich nun die Erfolge. Landwirte seien zunehmend bereit, ihren Beitrag zum Trinkwasserschutz zu leisten, berichtete Stephan-Robert Heinrich vom NLWKN Norden.
Martin Windhaus (NLWKN Cloppenburg) erläuterte, dass es in den 80er Jahren im Bereich der Thülsfelder Talsperre erste Indikatoren für hohe Nitratwerte im Grundwasser gegeben habe. In Holdorf seien damals in verschiedenen Brunnen die Grenzwerte bereits überschritten worden. Durch freiwillige Vereinbarungen mit den Landwirten habe man diese Tendenzen umkehren können.
Wie eine auf Grundwasserschutz ausgerichtete Landwirtschaft funktionieren kann, soll in Modell- und Pilotprojekten ausgelotet werden, erläuterte Hubertus Schültken vom NLWKN Hannover-Hildesheim – gerade im Hinblick auf den Anbau von Mais für Biogasanlagen. Der würde häufig übermäßig gedüngt. 20 000 Hektar Mais würde im Landkreis Cloppenburg für Biogasanlagen benötigt – 20 Prozent der landwirtschaftlichen Nutzfläche, machte Landrat Hans Eveslage deutlich.
Eine Empfehlung der Wasserwirtschaft an die Maisbauern: Unterwuchs mit Gras zu legen, der nach der Maisernte Stickstoff aus dem Boden ziehen könnte. Aus der Praxis berichtete Hubertus Berges, Projektlandwirt und Kreislandvolk-Vorsitzender. Er hat in seinem Betrieb etwa mit Zwischenfruchtanbau und einer vorgezogenen Sperrfrist bei der Gülleausbringung gearbeitet. Die Erfahrung: „Das sind Dinge, die auch aus kaufmännischer Sicht Sinn machen.“
