CLOPPENBURG - CLOPPENBURG - Die Frage, ob die Cloppenburg CDU-Ratsfraktion die geschasste Frauenbeauftragte Ursula Brokamp am liebsten nach Afrika geschickt hätte, konnte mangels Teilnahme der CDU-Herren am Freitagabend niemand beantworten. Wer von den 200 Gästen die Augen schloss, der wähnte sich sehr wohl in Afrika und nicht im Cloppenburger Ratssaal. Zur Abschiedsparty der Frauenbeauftragten reisten fünf truschige Hanseatinnen an, die ihre Kochtöpfe gegen Trommeln und ihre Blockflöten gegen Rasseln ausgetauscht hatten. „Trude träumt von Afrika“ hieß ihr Programm.
Die Truden Agathe, Mathilde, Erna, Meta und Yvonne haben sich mit der ganzen Kraft ihrer fünf Weiberherzen in den Rhythmus des schwarzen Kontinents geworfen. Dabei sind sie so afrikanisch, wie das Hausfrauen aus Hamburg überhaupt nur sein können. Rappend verrieten die „geborenen Blockflötistinnen“, wie ihnen bei Käsekuchen, Mozart und Wein ihre Truden-Stunde schlug. „Blockflöten seien nicht Damenhaft.“ So klöppelten sie auf Keksdosen. Männer bevorzugten bei dieser Musik Ölfässer, aber die riechen ja so.
In ihrer Abschiedsrede schilderte Ursula Brokamp einen Traum, den sie kürzlich hatte. „Männer können Kinder gebären.“ Das Problem der Vereinbarkeit von Familie und Beruf, das zu ihrem Aufgabenfeld gehörte, würde innerhalb einer einzigen Legislaturperiode komplett gelöst. Es würden überwiegend Männer mit Babys eingestellt, betriebliche Krabbelgruppen gehörten zum Standard. So führte die scheidende Frauenbeauftragte die Liste mit Veränderungen fort, die sich aus dem biologischen Wunder ergäben. In der Realität würden sie wohl nie erreicht.
Brokamp plädierte für eine Ausgewogenheit zwischen den Geschlechtern, also 50:50. Viele Frauen kämpften nicht für die Gleichstellung. In den politischen Gremien säßen überwiegend Männer, um über Frauenthemen zu entscheiden. Trotz ihrer Enttäuschung wollte sie nicht politisch werden und bedankte sich bei denen, die mit ihr als Frauenbeauftragte zusammengearbeitet haben.
