CLOPPENBURG - CLOPPENBURG - Nach 20 Hilfstransporten in zehn Jahren wird sich der Kaufmännische Katholische Verein (KKV) Cloppenburg aus dem litauischen Mielagenai verabschieden. Der 19. Transport startet nach Auskunft des KKV-Vorsitzenden Georg Kötter am 23. April, der letzte im September. „Von Anfang an war das Projekt zeitlich begrenzt, weil es als Hilfe zur Selbsthilfe gedacht war.“ Aus fünf Jahren sind inzwischen zehn geworden. „2000 konnten wir uns noch nicht guten Gewissens aus Mielagenai zurückziehen“, erzählt Kötter, „weil unser Altenheim-Projekt noch nicht auf sicheren Füßen stand“. Inzwischen sei das Altenheim der katholischen Pfarrgemeinde Sankt Johannes der Täufer so weit aufgebaut, dass der KKV auch mit gewissem Stolz zurückblicken könne. Doch ganz ohne Hilfe werde Pfarrer Marijonas Savickas, der zweimal in Cloppenburg zu Besuch war, nicht auskommen. „Wir verhandeln mit dem Malteser Hilfsdienst“, sagt Kötter. „Der MHD ist in Litauen sehr aktiv, und wir hoffen, dass er

das Altenheim künftig unterstützt, zum Beispiel bei Zuschussanträgen aus EU-Mitteln.“

Seit 1995 hat der KKV nach eigenen Angaben Hilfsgüter im Wert von rund 600 000 Euro nach Mielagenai gebracht. An Geldspenden seien 140 000 Euro zusammengekommen. Damit wurden in Litauen Materialien zum Aufbau des Altenheims gekauft oder auch in Cloppenburg Dinge besorgt, die es in Litauen nicht gibt. Ebenso wurde davon der Sprit für die Fahrt in das 1700 Kilometer entfernte Mielagenai bezahlt. „Die LKW haben uns meistens Firmen zur Verfügung gestellt“, berichtet Kötter, der sich ausdrücklich bei den vielen Spender und Helfern bedankt. „Die Lawine an Hilfsgütern ist nicht mehr aufzuhalten“, sagt Georg Kötter. Deshalb werde sich der KKV ab 2006 andernorts engagieren: Ob in Litauen oder in Weißrussland sei noch nicht klar.

Vielleicht gibt es wie vor zehn Jahren wieder eine „Erkundungsfahrt“. Georg Kötter, Thomas Bernholt und Gottfried Wessling waren nach einem Hinweis des Caritas’ in den äußersten Osten Litauens nach Mielagenai gefahren. Im Laufe der Jahre fand sich ein Kreis von 20 Cloppenburgern, die sich für das Altenheim-Projekt engagierten. Neben den Hilfstransporten fuhren KKV-Mitglieder auch anderweitig nach Mielagenai. Georg Kötter weilte 15-mal in Litauen. Entstanden sind neben der Partnerschaft zur Kirchengemeinde auch Freundschaften.

Da jetzt aus Altersgründen mehrere Mitglieder ausscheiden, würde sich der KKV über neue Helfer freuen. Interessenten können sich bei Georg Kötter melden, 04471/2235.