CLOPPENBURG - Löningen musste 20 Prozent der Kosten zahlen. Würde heute geplant, wären es 33 Prozent.
Von Karl-Heinz Lübbehüsen
CLOPPENBURG - Gut 25 Jahre sind von der ersten Planung bis zur Fertigstellung des Hochwasserschutzes in Löningen vergangen. Die Stadt ist nicht nur sicherer geworden, sondern hat auch in weiteren Aspekten dazu gewonnen. Die Siedlung Haseknie feierte am Freitagnachmittag offiziell das Projektende.Bürgermeister Thomas Städtler wies darauf hin, dass nun alle Siedlungsgebiete, die unter 21,5 Meter über NN liegen, vor dem angenommenen Jahrhunderthochwasser, das als Planungsgrundlage diente, geschützt sind. Die Hase wurde eingedeicht, Bäume mussten weichen, der Fluss wurde verbreitert, tiefer gelegt und leicht begradigt.
In Löningen stehen jetzt weitere Flächen zur Bebauung zur Verfügung. Feuchtbiotope entstanden neu. Die „Schwarze“ und die „Weiße“ Brücke sowie mehrere Holzbrücken wurden neu gebaut. Trotz anfänglicher großer Skepsis sei das Hochwasserprojekt für die Löninger nun eine beeindruckende Erfolgsgeschichte.
Verbandsgeschäftsführer Josef Kolbeck von der Hase-Wasseracht erinnerte an die verschiedenen Bauphasen und den ersten Spatenstich am 18. September 1985 durch den damaligen Landwirtschaftsminister Gerd Glup. Die Stadt Löningen habe nur etwa 20 Prozent der Kosten zu tragen gehabt. Heute würden solche Projekte durch das Land nur bei Beteiligung der Kommunen mit bis zu einem Drittel angepackt.
Nach den Worten von Geschäftsführer Martin Windhaus vom Niedersächsischen Landesbetrieb für Küstenschutz und Naturschutz ist Löningen jetzt vor einem Wasseraufkommen von 180 Kubikmetern in der Sekunde, das die Hase im angenommenen Jahrhunderthochwasser befördern könnte, geschützt. Bei den letzten Überflutungen 1979 und 1981 waren es weniger als 130 Kubikmeter gewesen.
Im ersten Planungsabschnitt wurden in den Jahren 1985 bis 1990 rund fünf Kilometer Deiche für rund sechs Millionen Euro erstellt. Im zweiten Bauabschnitt erfolgte der naturnahe Ausbau des Löninger Mühlenbaches mit 3,6 Kilometer Deichen für 1,8 Millionen Euro. In den Jahren 2004/2005 erfolgte der dritte Abschnitt am Haseknie mit 850 Meter Deichen, Retentionsflächen und Mauern für 1,2 Millionen Euro. Insgesamt wurden somit rund neun Millionen Euro in den Hochwasserschutz investiert.
