CLOPPENBURG - Wird der Güterverkehr auf der Schiene in Cloppenburg wieder belebt? Die Firma KSH (Kies Sand Handel) GmbH & Co KG hat am Freitagnachmittag an der Boschstraße ihren neuen Umschlagplatz vorgestellt, in den sie rund eine Million Euro investiert hat. Dort werden Splitt, Kies und Sand künftig per Bahn angeliefert.

Der Inhaber der Firma KSH, Andreas Mählmann aus Emstek, freute sich, dass die Fertigstellung vollbracht sei. Die Mitarbeiter hätten lange auf diesen Tag hingearbeitet. Von dem neuen Umschlagplatz werden die Massenbaustoffe zu Firmen in der Region gebracht.

Zu den Kunden gehören Kalksandsteinwerke, Betonfirmen und auch die Betonwerke Niemeier. Als Vertreter der Kundenfirmen sprach Holger Niemeier. Er erläuterte den Gästen, dass künftig 170 000 Tonnen an Baustoffen über den Platz abgewickelt würden. Demnächst werde drei Mal pro Woche ein Güterzug das KSH-Gelände anlaufen. Dadurch werde auch der Straßenverkehr entlastet, weil bis zu 35 Lastwagen pro Tag weniger benötigt würden.

Bürgermeister Dr. Wolfgang Wiese gratulierte der Familie Mählmann zu dem Schritt. Durch die Instandsetzung des alten Gleises sei Cloppenburg wieder langfristig an den Güterumschlag auf Schienen der Deutschen Bahn angebunden. Durch den im nächsten Jahr anvisierten Bahnhofsumbau wäre eine Abfertigung von Güterzügen im Bahnhof selbst nicht mehr möglich. Auch andere Nutzer hätten die Möglichkeit, von Cloppenburg aus Güter mit der Bahn zu erhalten oder zu versenden. Gerhard Weiß, Vertreter der Railion Deutschland AG, freute sich, einen Beitrag zur Realisierung dieses Projekts leisten zu können, und dass durch die aufwendige Instandsetzung des Stammgleises eine neue Anschlussbahn entstehen konnte. „In diesen Zeiten ist es eher die Ausnahme, dass neue Anschlussgleise gebaut werden“, sagte Weiß den anwesenden Gästen. Oft scheuten die Betreiber die hohen Investitionskosten.