CLOPPENBURG - Für die Landessparkasse zu Oldenburg (LzO) ist das Oldenburger Münsterland das wichtigste Gebiet. Allein 40 Prozent aller Firmenkunden und 30 Prozent der Privatkunden kommen aus den Landkreisen Vechta und Cloppenburg. Die LzO betreibt in den beiden Landkreisen 31 Filialen und sieben SB-Geschäftsstellen. Und in dieser Region habe die Wirtschaft im ersten Halbjahr eine deutliche Zunahme zu verzeichnen, stellte das Vorstandsmitglied Dr. Eduard Möhlmann während eines Pressegespräches mit den Direktoren der LzO in der Region am Mittwoch im Dorfkrug des Museumsdorfs fest.
Neben den Halbjahreszahlen (die NWZ berichtete) hob Möhlmann das Wachstum seiner Bank beim Wohnungsbau hervor. Hier könne die LzO gegen den rückläufigen Trend zulegen. Heute gebe es nur noch halb so viele Häuslebauer als vor einem Jahr. Gründe seien für die hohen Zahlen im vergangenen Jahr, die zum Jahresende auslaufende Eigenheimzulage und die zu erwartende Erhöhung der Mehrwertsteuer gewesen. „In diesem Jahr gibt es allgemein einen deutlichen Rückgang in der Baufinanzierung“, sagte das Vorstandsmitglied. Die LzO lege mit zwei Prozent in diesem ansonsten fallenden Markt zu. „Das gehe zu Lasten unserer Wettbewerber“, stellte Möhlmann fest.
Diese erfreuliche Entwicklung begründen die Direktoren Hermann Gaschemann (Vechta), Edmund Sassen (Cloppenburg), Joachim Stuke (Friesoythe) und Josef Anneken (Löningen) auch mit der gezielten Schulung der Mitarbeiter im Bereich der Baufinanzierungen. Die günstigen Preise für Bauland, das von den Gemeinden angeboten werde, und die kostenlose Nachbarschaftshilfe sieht Möhlmann als weitere Gründe für die atypische Entwicklung in der Region. Er sehe jedoch die freien Kapazitäten beim Handwerk, die für Aufträge oft weite Entfernungen in Kauf nähmen.
In der Landwirtschaft schaffen sich derzeit viele Bauern ein zweites Standbein. Mit der Hilfe von staatlichen Fördermitteln bauen sie sich eine Biogasanlage und hoffen auf gute Erträge. Durch die steigenden Preise für die Rohstoffe würden diese aufgezehrt. Hier sieht Möhlmann einen Konflikt zwischen den Betreibern der Anlagen und der Veredelungsindustrie gerade im prosperierenden Oldenburger Münsterland.
