CONNEFORDE - „Macht es eigentlich Spaß, Heißluftballon zu fliegen?“ Diesen Satz hört Karl-Günter Windels öfter. Immer, wenn er seinen 25 Meter hohen mit 3700 Kubik Luft gefüllten Ballon aufbaut, wird er gefragt. Und dann lächelt er. „Ja, es macht riesigen Spaß. Anders als im Flugzeug ist man im Ballon ruhiger unterwegs. Man spürt die Luftbewegungen kaum. Man bewegt sich mit dem Luftstrom. Und es ist abenteuerlicher, ursprünglicher“, schwärmt er. Und was die Formulierung angeht: „Man fährt im Ballon, man fliegt ihn nicht“, schmunzelt er.

„Meinen Passagieren sage ich immer, sie sollen an die Brüder Montgolfier denken. Als 1783 der erste Ballon gen Himmel startete, sprachen die Menschen, die damals nur die Schifffahrt kannten, augenblicklich auch vom Fahren. Das war intuitiv richtig“, so Windels. „Physikalisch erklärt fährt man, weil man sich mittels erwärmter Luft bewegt, die leichter ist als die umgebende Luft. Das ist nun einmal kein Flug-Prinzip.“

Aber unabhängig von der korrekten Bezeichnung, wer einmal mitgefahren ist, habe sich mit dem „Virus Heißluftballon“ infiziert, ist sich der lizenzierte Pilot sicher. „Früh morgens, am besten drei Stunden vor Sonnenaufgang, gingen die Vorbereitungen los. Die Fahrt in die aufgehende Sonne dauere etwa eine Stunde. „Wir kennen nur den Abflugort, das Ziel entscheidet der Wind.“ Wenn der Ballon gelandet ist, werde gemeinsam gefeiert und die Passagiere – maximal sechs passen in den Spezialkorb – werden zu „wackeren Heißluftreitern“ geadelt. „Das ist immer eine Gänsehaut-Atmosphäre“, findet Günter Windels.

Der Ballon ist übrigens weitaus kräftiger als er aussieht. Theoretisch könnte er bis in eine Höhe von 5000 Metern steigen, wenn der Sauerstoff reicht, erklärt Windels. Normalerweise halte man sich aber nur knapp über der vorgeschriebenen Mindesthöhe für Luftfahrtgeräte von 150 Metern. „Sonst sieht man auch nicht mehr viel.“