Conneforde - Ein Konsortium von Gasunie Deutschland, Thyssengas und Tennet sind die Projektpartner des sogenannten Power-to-Gas-Pilotprojekts „Element eins“, das umweltfreundlich hergestellten Wasserstoff in Umlauf bringen will. Und die haben sich für den künftigen Standort der Anlage zwei Areale ausgesucht. Einmal im ostfriesischen Wiesmoor und eben in Conneforde. Ende des Jahres soll die Entscheidung fallen, hieß es im vergangenen Sommer. Bisher ist aber noch nichts entschieden worden, so Ulrike Hörschens, Pressesprecherin von Tennet. „Die Partner schauen sich derzeit noch die Ergebnisse der Standortanalyse an“, so Hörschens. Sie geht davon aus, dass im ersten Quartal feststehen werde, wohin die Reise geht. „Vielleicht ist die Standortfrage auch schon im Januar geklärt“, so die Sprecherin des Konzerns, der Stromnetze betreibt.
Fiele die Entscheidung pro Conneforde, könnte die Gemeinde Wiefelstede ein Zentrum der Energiewende in Deutschland werden. Denn: Mit Wasserstoff werden sogenannte Brennstoffzellen betrieben. Die können beispielsweise in Autos verbaut werden. Diese würden dann umweltfreundlich fahren und statt Kohlendioxid Wasser ausstoßen. Nur: Dafür muss erst einmal der Strom umweltfreundlich produziert werden. Kommt der beispielsweise aus Braunkohle-Kraftwerden, nützt das Fahren mit Brennstoffzellen wenig. Und hier könnte Conneforde ins Spiel kommen: Im dortigen Umspannwerk kommt umweltfreundlich erzeugter Strom aus den Windparks in der Nordsee an. Gleich nebenan verläuft eine große Gasleitung. Beides brauchen die Firmen, um den emissionsfreien Wasserstoff herzustellen. Wasser wird mit Hilfe von Strom in einem so genannten Elektrolyseur in Wasserstoff und Sauerstoff aufgespalten. Dieser „grüne Wasserstoff“ wird in Gasleitungen geleitet und kann so beispielsweise Richtung Ruhrgebiet transportiert werden.
„Es wird auch eine Möglichkeit geben, direkt am Elektrolyseur Wasserstoff in Tankwagen abfüllen und so transportieren zu können“, sagte Gerhard Hülsemann, Sprecher von Thyssengas in Dortmund im Sommer. Somit können Tankstellen beliefert werden, an denen Brennstoffzellen-Autos auftanken können. Wie es bereits bei der wasserstoffbetriebenen Bahn „Concordia iLint“, die die Strecke zwischen Cuxhaven und Buxtehude emissionsfrei bedient, geschieht. Das Verfahren soll mit einer 100 Megawatt Power-to-Gas-Pilotanlage, die schrittweise ab 2022 in Betrieb gehen soll, im industriellen Maßstab getestet werden.
Bürgermeister Jörg Pieper sagte im Sommer, dass sich die Gemeinde freuen würde, bekäme Wiefelstede den Zuschlag.
