Hannover - Continental-Chef Elmar Degenhart sieht in Mobilitätsdiensten einen neuen Milliardenmarkt: Der traditionsreiche Autozulieferer und Reifenhersteller aus Hannover will sein Geschäft mit Dienstleistungen für die Mobilität der Zukunft deutlich ausweiten. Aktuelle Erlöse von über 500 Millionen Euro in dem Segment will der Dax-Konzern bis 2020 verdoppeln. „Und das ist erst der Anfang. Denn dieser weltweite Milliardenmarkt keimt gerade erst auf“, sagte Degenhart am Freitag vor Aktionären.

Einer dieser Mobilitätsdienste ist der „digitale Autoschlüssel“: Per App auf dem Smartphone lässt sich ein Mietwagen in der Nähe finden und buchen – und auch der Motor starten. 15 Kundenaufträge für das System gebe es bereits. Zu den Dienstleistungen zählen auch bekannte Angebote wie ein drahtloser Notruf aus dem Auto.

„Das Innenleben des Autos, wie wir es kennen, wird sich in zehn bis 15 Jahren völlig anders zusammensetzen“, erklärte der Vorstandschef. „Das politische Umfeld und unsere Industrien verändern sich schneller als je zuvor.“ „Wir glauben fest an das vollelektrische Fahren“, sagte der Conti-Chef, auch mit Blick auf Roboter-Taxis. Aber erst nach 2025 erwartet er langsame Volumenrückgänge beim Verbrennungsmotor.

2017 ist Conti gut gestartet. Im ersten Quartal wuchs der Umsatz um 11,7 Prozent auf rund elf Mrd. Euro. Der um Sondereffekte bereinigte Betriebsgewinn stieg auf 1,2 (Vorjahr: 1,1) Milliarden Euro.