Herr Mahlstedt, zu Beginn der Spargelsaison hatten sie Sorge, ob genügend Helfer da sein würden, um die Ernte zu bewältigen. Gab es am Ende ausreichend helfende Hände?

Glenn MahlstedtJa und Nein. Wir haben eine Menge Erntehelfer zusammen bekommen, haben aber auch die Erntemenge ausgebremst. Was mich überrascht hat, war, wie viel Hilfe wir von Arbeitssuchenden, Schülern und Studenten gehabt haben, die so lange da gewesen sind, wie es nötig war. Dafür bin ich sehr dankbar, das hat uns ermöglicht, die Saison durchzuziehen.

Wie lief die Ernte unter den neuen Bedingungen?

MahlstedtWir haben zu Beginn mit vielen Ungeübten gestochen. Das ist keine Raketenwissenschaft, aber es musste natürlich trotzdem erstmal viel geübt und gelernt werden. Da geht die Arbeit am Anfang schon mal etwas langsamer als sonst. Beim Sortieren des Spargels waren wir alle maskiert und geschützt. Es gab klare Regeln, wer mit wem zusammenarbeitet, also auch eine ungewohnt deutliche Trennung zwischen den verschiedenen Arbeiten.

Hatten Sie auch Zweifel?

MahlstedtWir haben uns viele Gedanken darüber gemacht, ob wir die Ernte überhaupt durchziehen. Es war aber auch die Sorge da, dass wir uns mit einer ausgefallenen Ernte das kaputtmachen, was wir uns in 30 Jahren aufgebaut haben.

Mein persönlicher Albtraum war, dass jemand krank wird. Zwischendurch habe ich mich gefühlt wie das laufende Risiko, weil ich außerhalb des Hofs unterwegs war, zum Einkaufen und auf dem Markt. Dafür, dass niemand krank geworden ist, bin ich dankbar.

Wie hat sich die geschlossene Gastronomie bemerkbar gemacht?

MahlstedtDas haben wir sehr gemerkt, Restaurants sind sehr wichtige Kunden für uns. Am Anfang ist das fast komplett ausgefallen. Im Hofladen und auf dem Markt haben wir aber viel Bedarf gehabt. Zu Beginn der Saison, als noch nicht so viel gewachsen ist, konnten wir nicht immer allen Bestellungen nachkommen.

Wie lautet Ihr Fazit zur Spargelsaison?

MahlstedtEs war die härteste Saison, die ich je erlebt habe. Aber es war viel Wertschätzung von den Kunden da: Die Leute haben sich bedankt, dass wir Spargel verkaufen. Weil sich damit etwas wie normal angefühlt hat in dieser verrückten Zeit, meinten sie. Und wir hatten ein tolles Betriebsklima, haben zum Beispiel bei Musik Spargel sortiert.

Mit den wenigen Mitarbeitern, die bei uns gewohnt haben, hatten wir eine engere Hausgemeinschaft als sonst. Viele der Schüler und Studenten haben mir erzählt, dass sie bei der harten Arbeit Spaß gehabt haben. Wenn das hängen bleibt, und auch die Wertschätzung, ist das für mich ein echter Pluspunkt.