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Hospital Cromme wirft nach neun Monaten hin

Cloppenburg - Nach nur rund neun Monaten als Vorsitzender des Kuratoriums der Stiftung St.-Josefs-Stift ist der Cloppenburger Rechtsanwalt und Notar a.D., Peter Cromme, aus dem Gremium ausgeschieden. „Es kam zu bewussten Indiskretionen über interne Vorgänge – ein Verstoß gegen die satzungsgemäß gebotene Vertraulichkeit“, begründete der 73-Jährige am Freitag bei einem Pressegespräch seine Demission. „Die Vorstellungen über die Verbindlichkeit und die Anwendung der Stiftungssatzung zwischen mir einerseits und den anderen Mitgliedern des Kuratoriums liegen unüberbrückbar weit auseinander.“

Sein Rücktritt – so Cromme weiter – habe nichts mit der Lage, Führung und finanziellen Situation des Krankenhauses zu tun, dessen bis 2016 umzusetzenden Sanierungsprozess Cromme auf einem guten Weg sieht.

Wie berichtet, übernahm der als gradlinig und konsequent bekannte Jurist im Januar 2014 den Kuratoriumsvorsitz von Dechant Bernd Strickmann (51). Zuvor hatte Cromme als Kirchenausschuss-Vorsitzender von St. Andreas – er war im August 2008 von Weihbischof Heinrich Timmerevers berufen worden – den Prozess der Kirchengemeinde gegen den ehemaligen Dechanten Alfons Kühling auf den Weg gebracht und gewonnen. Kühling wurde bekanntlich zur Rückzahlung von 305 000 Euro an die Gemeinde verurteilt.

Noch vier Mitglieder

Nach dem Rücktritt Crommes verbleiben im Kuratorium die Gymnasiallehrerin Elisabeth Olberding, der Kaufmann Franz Kampsen, der Steuerberater Franz-Josef Moormann und Dechant Strickmann. Nach der Neuordnung der Mehrheitsverhältnisse – 52 Prozent liegen bei der im März 2013 vom Offizialat Vechta zur Bewältigung der Klinikkrise gegründeten Schwester-Euthymia-Stiftung – hat das Kuratorium nicht mehr das alleinige Sagen im Krankenhaus wie noch unter Dechant em. Kühling.

„Das Kuratorium ist mit vier Personen voll handlungsfähig und muss sich jetzt intern einen neuen Vorsitzenden suchen“, erklärte der Pressesprecher des Offizialats in Vechta, Dr. Ludger Heuer. „Laut Satzung ist nach dem Rücktritt von Herrn Cromme erneut Dechant Strickmann Vorsitzender des Kuratoriums“, ergänzte der Pressesprecher des St.-Josefs-Hospitals, Jan Stephan Schweda.


Stichwort Offizialat: Um die Querelen zwischen sich und einem weiteren Kuratoriumsmitglied zu beenden, habe er – Cromme – Ende Juli das Offizialat, „mit dem Ziel einer personellen Veränderung im Kuratorium“, schriftlich um ein Gespräch gebeten – also frei nach dem Motto „er oder ich“. Dieses sei Ende September endgültig abgelehnt worden. „Da es mir an dem erforderlichen Rückhalt sowohl im Kuratorium als auch darüber hinaus fehlt“, so Cromme, sei es das Beste, aus dem Kuratorium auszutreten.

Weihbischof bedauert

„Bei den Problemen innerhalb des Kuratoriums handelt es sich um Differenzen zwischen Herrn Cromme und einem weiteren Kuratoriumsmitglied, in die sich der Offizial zu Recht nicht einmischen wollte“, erklärte BMO-Pressesprecher Heuer. Die Gesprächsanfrage Crommes habe der Weihbischof mit der Bitte, die Sache intern zu klären, an das Kuratorium zurückgewiesen. Der Offizial habe – so Heuer weiter – angeboten, sich im November mit dem gesamten Kuratorium zu einem Gespräch zu treffen. Die jetzige Entwicklung bedauere der Offizial sehr.

Das sieht im Übrigen auch Cromme so. „Die ganze Angelegenheit hat mich persönlich verletzt.“

Carsten Mensing
Carsten Mensing Redaktion Münsterland
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