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Feuer in Sandkrug

NWZonline.de Nachrichten Wirtschaft

Apple setzt auf Abodienste

27.03.2019

Cupertino Apple will mit einem eigenen Video-Streamingdienst und weiteren Abo-Angeboten seine Abhängigkeit vom iPhone-Geschäft verringern. Im Auftrag des Konzerns gedrehte Serien und Filme sollen ab Herbst in dem Angebot „Apple TV Plus“ exklusiv verfügbar sein. Im Herbst will Apple auch ein Spiele-Abo starten, mit dem mehr als 100 Games nutzbar sein werden.

Zunächst in den USA und Kanada gibt es zudem in der App „Apple News Plus“ für 9,99 Dollar im Monat Zugang zu 300 Magazinen und einigen Zeitungen. Im Heimatmarkt bietet Apple seinen Kunden künftig auch eine Kreditkarte an.

Apple gewann für einzelne Projekte bekannte Filmemacher wie Steven Spielberg und J. J. Abrams sowie Hollywood- und TV-Stars wie Oprah Winfrey, Jennifer Aniston und Reese Witherspoon. Viele von ihnen kamen selbst nach Cupertino, um kurz ihre Projekte vorzustellen.

Ein Preis für „Apple TV Plus“ wurde zunächst nicht genannt. Die App soll aber zum Start gleich in mehr als 100 Ländern verfügbar sein. Damit konkurriert Apple – wenn auch zunächst in kleinerem Format – mit Diensten wie Netflix oder Amazon Prime­ Video. Die Apple-Aktie ging nach dem Event mit einem Minus von 1,2 Prozent aus dem US-Handel, das Papier von Netflix legte um 1,4 Prozent zu. Die auf Apple-Geräten bereits vorhandene TV-App wird über den neuen Dienst hinaus ausgebaut. So bekommen Nutzer die Möglichkeit, einzelne Bezahlsender direkt dort zu abonnieren und zu nutzen. In den USA sind zum Beispiel HBO, Showtime und Hulu mit dabei. International sollen Kanäle aus den jeweiligen Ländern verfügbar sein, hieß es ohne weitere Details. Die App soll zudem personalisierte Vorschläge auf Basis der bisher angesehenen Sendungen machen.

Die App wird erstmals nicht nur auf Apple-Geräten, sondern auch auf Fernsehern von Samsung, LG und Sony verfügbar sein, sowie auf Streaming-Boxen von Roku und Amazons Fire TV. Zudem soll die App, die es bisher in zehn Ländern gibt, demnächst weltweit nutzbar werden. Das Spiele-Abo mit dem Namen „Apple Arcade“ soll ebenfalls im Herbst kommen.

Bei „Apple News Plus“ würden alle einzelnen Abos zusammengerechnet rund 8000 Dollar im Jahr kosten, erklärte Apple. Familienmitglieder können für die 9,99 Dollar pro Monat mitlesen. Eine wichtige Funktion der App könnten personalisierte Vorschläge für neue Magazin-Ausgaben und einzelne Artikel sein. Im Herbst soll die App in Australien und Großbritannien starten. Ob und wann der Dienst nach Deutschland, Österreich oder die Schweiz kommen wird, wurde nicht gesagt.

Mit den Ankündigungen verstärkt Apple seine Bemühungen, mehr Geschäft mit Dienstleistungen zu machen. Aktuell ist das iPhone das wichtigste Produkt des Konzerns. Im vergangenen Geschäftsjahr brachte es mehr als 60 Prozent der Erlöse ein. Doch zuletzt waren die Verkäufe zurückgegangen. Deshalb will Apple die rund 1,4 Milliarden Geräte in den Händen seiner Kunden als Basis nutzen.

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