Kopenhagen - Dänemarks Regierung macht zum 1. Juli Limonaden und Bier billiger, um die Masseneinkäufe eigener Bürger im benachbarten Deutschland zu bremsen. Finanzminister Bjarne Corydon sagte am Montag im Rundfunksender DR, die von einer breiten Parlamentsmehrheit getragen Abgabensenkungen sollten dem dänischen Einzelhandel nördlich der Grenze einen „kräftigen Wachstumsschub“ bringen.

Wegen der hohen Besteuerung zuckerhaltiger Getränke sowie auch von Bier decken die Bewohner grenznaher dänischer Bezirke ihren Bedarf überwiegend südlich der Grenze in Schleswig-Holstein. Nach Schätzungen der Industrie- und Handelskammer werden pro Jahr im nördlichsten Bundesland 800 Millionen Euro bei diesem Grenzhandel umgesetzt.

Die Steuer auf Sodawasser soll bis zum 1. Juli halbiert und 2014 ganz abgeschafft werden, die Biersteuer wird zum 1. Juli um 15 Prozent gesenkt. Durch die Verminderung der Abgaben wird ab 2014 eine dänische 1,5-Liter-Flasche Cola drei Kronen (40 Cent) billiger. Bei Bier ist die Abgabenminderung deutlich geringer. Das früher massive dänisch-deutsche Preisgefälle bei Alkohol ist in den letzten Jahren schrittweise geschrumpft, während die hohe Besteuerung zuckerhaltigen Sprudel in dänischen Supermärkten massiv teurer macht als südlich der Grenze.