Hude/Salcininkai - Dass ein gewöhnlicher Gang auf die Toilette nicht für alle Menschen selbstverständlich ist, konnte Uwe Schubert bei einem Besuch im litauischen Salcininkai mit eigenen Augen erleben. Im Rahmen der jüngsten Versammlung des Vereins „Kinderaugen“ berichtete der Vorsitzende von seinen prägnanten Eindrücken.
Auf seiner Reise führte er Gespräche mit der Verwaltung der Region und besichtigte gemeinsam mit seiner Tochter Ann-Christin Kindergärten und Schulen. Diese Besuche machten deutlich, auf wie viel Hilfe insbesondere die ländlichen Einrichtungen angewiesenen sind. Viele sanitären Anlagen sind im desolaten Zustand: In einer Außenstelle des Kindergartens in Derversiskes, nahe der weisrussischen Grenze, gibt es für die Jungen und Mädchen nur ein Dixi-Klo, berichtete Schubert. Und auch in der Küche fehlte es an vielem – besonders ein neuer Herd wäre nötig. Besonders im Hinblick darauf, dass der Kindergarten häufig für Kinder die einzige Möglichkeit ist, ihre tägliche warme Mahlzeit zu bekommen.
In diesen und weiteren nachdenklich machenden Beispielen verdeutlichte Uwe Schubert, welch ein erheblicher Bedarf in Salcininkai besteht. Vor allem fehlen Kindergartenmöbel, Küchengeräte und Spielmöglichkeiten für Kinder.
Der Verein plant eine gezielte Unterstützung mit der Zusammenstellung des nächsten Hilfstransportes nach Litauen. Zusätzlich soll auch vor Ort eine neue Ausstattung gekauft werden. Ein Küchenherd und Schulmöbel etwa sind als Ergänzung der Spenden vorgesehen.
Baustellen gibt es viele: Auch das örtliche Krankenhaus ist auf Unterstützung angewiesen. Die Kinderstation soll saniert werden. Benötigt werden Betten für die Station und Linoleum für den Fußboden.
Neben den vielen Lücken und dem großen Bedarf an Unterstützung wurde bei Schuberts Besuch jedoch auch klar, dass große Anstrengungen unternommen werden, die Situation für Kinder zu verbessern. In der Gemeinde Janciunai entsteht beispielsweise derzeit ein neuer Kindergarten.
So bedrückend die Bilder des Besuches auch seien mögen – so nötig sind sie, um gezielte Hilfe mit vorheriger Bedarfsermittlung vor Ort leisten zu können, betonte Uwe Schubert. Der Verein Kinderaugen plant für Mitte September den nächsten Transport nach Salcininkai.
