Donnerschwee - Einfach, aber wirkungsvoll: Wenn der Wasserspiegel der Hunte über den der Beverbäke steigt, dann schließen sich die Tore des Donnerschweer Siels. Das Flusswasser ergießt sich nicht in die Bäke. „Wäre das nicht so“, weiß Sielwärter Klaus Hollwege von der Moorriem-Ohmsteder Sielacht, „würden die tief liegenden Häuser an der Straße Unterm Berg und Areale an der Weser-Ems-Halle absaufen.“

Damit das auch in Zukunft nicht passiert, wird das Sielbauwerk jetzt komplett erneuert. Dabei arbeiten der II. Oldenburgische Deichband, die Moorriem-Ohmsteder Sielacht und der Niedersächsische Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) Hand in Hand.

Schon 2006 wurde bei einer Bauwerksüberprüfung festgestellt, dass das 1936 gebaute Siel marode ist und eine Sanierung nicht mehr in Frage kommt. Erst jetzt standen aber Mittel aus dem Küstenschutzprogramm für den Neubau bereit. 800 000 Euro werden investiert. Wie Jürgen Büsing, Verbandsvorsteher der Sielacht, erklärte, erhält das neue Sielbauwerk mit dem Neubau auch die so genannte „zweite Deichsicherheit“. Damit ist gemeint, dass neben den Sieltoren an der Hunteseite auf der Landseite ein „Hubschütz“ eingebaut wird – ein bewegliches Wehr, mit dem der Wasserstand geregelt wird.

Abriss und Neubau sollen bis September fertig sein. Bis dahin können Radler, Spaziergänger und Inline-Skater die Donnerschweer Freizeitroute entlang der Hunte in die Donnerschweer Wiesen dennoch nutzen; eine Umfahrung der Baustelle inklusive Behelfsbrücke wird zurzeit gebaut.

Die Wasserläufe Beverbäke und Achterdiekstief, die am Siel in die Hunte münden, entwässern 703 Hektar des Oldenburger Stadtgebiets. Während der Bauarbeiten wird ihr Wasser über das Ohmsteder Siel abgeführt. Der Neubau wird aus Stahlbeton erstellt und an den Stirnwänden mit Klinkern verblendet.