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Abschiedsinterview von Boge-Chef Torsten Bremer „Man ist sich gar nicht bewusst, wie sehr man sich im Hamsterrad befindet“

Nina Kallmeier

Damme - Nach 17 Jahren als Geschäftsführer des Automobilzulieferers Boge Rubber & Plastics und mehr als 30 Jahren in der Automobilindustrie hat sich Torsten Bremer in den Ruhestand verabschiedet. Er war nicht nur in der Wirtschaft, sondern auch im Sport erfolgreich. Hier spricht Bremer, der 1961 in Osnabrück zur Welt kam, über die bewegte Geschichte des Autozulieferers und die Zukunft der Branche – und verrät, warum er trotz einer erfolgreichen Olympia-Qualifikation nicht an den Spielen 1980 in Moskau teilnehmen durfte.

Herr Bremer, Sie haben fast Ihr ganzes Berufsleben in der Automobilindustrie verbracht. Was war Ihr erstes Auto?

Torsten Bremer: Mein erstes Auto – und auch die zwei darauf folgenden – war ein Alfasud. Den habe ich damals von einem Lehrer gekauft. Ich mochte Alfa Romeos und die Fahrzeuge bekam man nach wenigen Jahren sehr günstig. Sie waren allerdings wirklich rost- und störanfällig. Wenn man aber handwerklich halbwegs gut drauf war, dann hat man sie mit Prestolith, Sprachtel und Teroson gut durch den TÜV bekommen. Ich habe immer gern geschraubt, das hat Spaß gemacht. Und es war auch kaufmännisch ein gutes Geschäft, da ich die Autos nach ein paar Jahren immer wieder gut losgeworden bin. Seit ich allerdings beruflich auf ein Auto angewiesen war, war der Alfasud zu wartungsintensiv. Da hat mich ein Opel Kadett Cabrio die ersten Jahre gut vorangebracht.

„Wenn ich auf alte Fotos schaue, haben sie immer mit Autos zu tun“

Sie sind eigentlich Physiker. Wie sind Sie zur Automobilindustrie gekommen?

Bremer: Das ist, glaube ich, die väterliche Prägung. Mein Vater war Maschinenschlosser und hat später umgelernt auf Lokführer. Von jüngster Jugend an waren wir mit ihm zusammen immer in Kontakt mit Technik, haben mit Elektro- und Mechanikbaukästen experimentiert, und wenn ich auf alte Fotos schaue, haben sie immer etwas mit Autos oder Technik zu tun.


Sie haben trotzdem Physik studiert und promoviert.

Bremer: Das stimmt, ich hatte Mathematik und Physik als Leistungsfächer und habe dann Physik studiert. Mein Ziel war, das Studium schnellstmöglich zu durchlaufen. Letztlich war ich als zweiter meines Jahrgangs mit der Promotion durch. Spätestens beim Vordiplom war für mich aber klar, dass mir die Forschung zu introvertiert ist und ich in die Industrie gehen möchte. Durch meinen Sport war ich schon früh viel international unterwegs und das wollte ich auch im Beruf weiterhin sein. Mein erster Job war allerdings nicht direkt in der Automobilindustrie, da habe ich einen kleinen Umweg gemacht.

„Dass wir nominiert wurden, war schon sehr außergewöhnlich“

Wo führte der hin?

Bremer: Ich war zuerst kurz bei ANT. Die haben Nachrichtensatelliten gebaut. Da habe ich an der Entwicklung der Transpondertechnologie mitgearbeitet. Ich hatte mich während einer kurzen Post-Doc-Periode aus den USA heraus beworben, und sehr schnell diese Stelle angeboten bekommen. Es waren gute Zeiten für junge Physiker. Als dann im Nachgang noch das eine oder andere Bewerbungsgespräch reingeflattert kam, habe ich mich neu sortiert und nach drei Monaten entschieden, doch in die Automobilindustrie zu gehen. Da habe ich bei Continental angefangen.

Und nebenbei hatten Sie sich auch noch für die Olympischen Spiele qualifiziert. Was hat es damit auf sich?

Bremer: Die Olympischen Spiele waren damals noch reine Amateur-Spiele. Ich habe mit 13, als ich auf dem Ernst-Moritz-Arndt-Gymnasium war, mit dem Rudern angefangen und war anfänglich in der schulischen Ruder-AG aktiv. Da war unser Gymnasium aber nie führend. Nach zwei Jahren Schulrudern habe ich als Steuermann im benachbarten Osnabrücker Ruderverein weitergemacht und da haben wir uns – mit einer fast reinen Osnabrücker Mannschaft, einer kam vom TuS-Bramsche – als Deutschland-Achter für Olympia 1980 in Moskau qualifiziert. Dass eine fast reine Vereinsmannschaft aus einem Verein ohne große Historie für Großboote die favorisierten Renngemeinschaften schlug und nominiert wurde, war schon sehr außergewöhnlich.

„Von Olympia blieben mir nur der Traum und eine Urkunde an der Wand“

Allerdings durften Sie dann doch nicht hin. Schmerzt das?

Bremer: Es bleibt eine nachhaltige Verärgerung darüber, dass die Politik den Sport für ihre Zwecke missbraucht hat – und damit doch nichts erreicht hat. Wir waren Marionetten. Ich habe viele Weltmeisterschaften miterlebt, dieser Schmelztiegel, diese Lebensfreude und Internationalität, das ist unvergleichlich. Von Olympia blieben mir nur nach der Nominierung nur der Traum der Teilnahme und eine Urkunde an der Wand. Wobei ich bei der Junioren-WM ein Jahr zuvor die Moskauer Olympia-Strecke zumindest einmal kennenlernen durfte. Die aktive Zeit – immerhin über zehn Jahre im Spitzensport – war aber eine superspannende Zeit und ich habe noch viel Kontakt zu meinen Ruder-Kollegen.

Was haben Sie aus dieser sportlichen Zeit mitgenommen für Ihr Berufsleben?

Bremer: Ich war Steuermann, insofern war das Rudern für mich weniger eine körperliche Herausforderung als eine Kopfsache. Disziplin war das A und O, man war strukturiert, engagiert und motiviert. Ein Individualsportler, nehmen wir als Beispiel mal Alexander Zverev, kann beim Tennis in der ersten Runde ausscheiden – darunter leidet aber kein anderer Teamkollege. Wenn man im Mannschaftssport – gerade im Rudern, wo es voll darauf ankommt mit dem Team synchron zu sein – nicht auf den Punkt liefert, zieht man alle mit rein. Diese Disziplin, die Motivation und den Biss, im Team auf Ziele hinzuarbeiten, das habe ich mitgenommen.

„Auf einmal drehte sich alles nur noch um die Kosten“

Ziele hatten Sie bei Boge in den vergangenen 17 Jahren viele.

Bremer: Das stimmt. Die beiden sehr ähnlich aufgestellten Unternehmen Boge und Elastmetall waren ein Jahr, bevor ich gekommen bin, unter dem Dach der ZF Friedrichshafen AG fusioniert. Die Integration war das erste Ziel, wobei ich aus heutiger Sicht sagen muss: wirklich zusammenzuwachsen, das dauert fast eine ganze Generation von Mitarbeitern. Nur wer neu ins Unternehmen kommt, der ist nicht vorbelastet. Diejenigen, die schon zehn oder 15 Jahre in einem der Unternehmen waren, die haben ihre eigene DNA. Das lässt sich zwar annähern, aber nicht auf Knopfdruck verschmelzen.

Die nächste Herausforderung kam gleich hinterher, das war der unglaubliche Kostendruck aus Osteuropa auf die gesamte automobile Zulieferbranche. Das kam nicht unmittelbar mit der Wende, aber um den Jahrtausendwechsel bauten alle Wettbewerber irgendwo im Osten Werke auf oder übernahmen dortige ehemalige Staatsunternehmen. Damit wurde das Geschäft internationaler und kostengetriebener. Früher kamen die Bauteile aus den nahegelegenen Wirtschaftsräumen, aber noch nicht aus dem ehemaligen Ostblock oder gar aus China. Auf einmal drehte sich im Wettbewerb alles fast nur noch um die niedrigsten Kosten.

„Ich habe acht Standorte heruntergefahren. Eine Renditeperle waren wir nicht“

Waren Sie darauf vorbereitet?

Bremer: Nein, das waren wir nicht. Wir hatten mehr Werke als heute bei gut der Hälfte des Umsatzes. Viele dieser kleinen Standorte spielten nach der Jahrtausendwende keine Rolle mehr, sie waren zu sehr auf den Westen ausgerichtet. In dieser Phase habe ich acht Standorte heruntergefahren und geschlossen oder verkauft. Anschließend mussten an anderer Stelle, zum Beispiel in Osteuropa und China, Werke neu aufgebaut werden. Die Automobilhersteller sagen uns schon sehr deutlich, wo sie unsere Präsenz erwarten.

Als Sie bei Boge angefangen haben, waren Sie noch ein Bereich von ZF. Wie war da die Umstellung?

Bremer: Ich hatte 15 Jahre lang für den Continental-Konzern gearbeitet und den quirligen Konzern unglaublich genossen. Ich war immer Teil der Veränderung, habe am Aufbau neuer Geschäftsbereiche mitgearbeitet, Werke zugemacht und andere eröffnet, das gehörte dazu und war aus unternehmerischer Sicht ein weniger emotionales Thema bei der börsennotierten Continental AG. Dann kam ich in den Stiftungskonzern ZF und war mir nicht bewusst, wie unterschiedlich die Kulturen sein können. Das ist keine Kritik, ZF war berechenbarer, solide, es gab weniger Druck auf die Belegschaft und keine Aktionäre, die fast ausschließlich auf die Rendite schauen. Erst Jahre später wurde begonnen, den Status quo zu überprüfen. Dazu gehörte auch unser Bereich, denn eine Renditeperle waren wir nicht. Als bekannt wurde, dass der Bereich von ZF verkauft werden sollte, und zwar an einen chinesischen Mutterkonzern, da konnte man das kaum glauben.

„Die Herausforderung war, das Unternehmen über Nacht eigenständig zu machen“

Bei ZF waren Sie Teil eines Tankers, mit dem Verkauf wurden Sie zu einem deutschen Satelliten. Wie war die Umstellung?

Bremer: Die Herausforderung war, das Unternehmen quasi über Nacht eigenständig zu machen, also die Nabelschnur zur ZF zu kappen. Wir waren in ganz vielen Kernfunktionen zuvor abhängig von der ZF gewesen – vom Zentraleinkauf über die IT bis zum sämtlichen Regelungen im Personalbereich. Schalten Sie mal über Nacht eine IT bei einem Unternehmen mit mehr als zehn Standorten auf vier Kontinenten ab. Wir hatten weder einen ausreichenden Stab an Spezialisten, noch die Systeme in der eigenen Verantwortung. Und bei CRRC konnten wir nirgends andocken, da es keine Konzernstrukturen in Europa gab.

Es war aber auch erfrischend. Man hatte das Gefühl, beim neuen Eigentümer willkommen zu sein. Bei ZF waren wir zuletzt eher ein Trittbrettfahrer. Wir wollten beispielsweise nach Mexiko und nach Indien expandieren, doch Geld für neue Standorte gab es nicht. Dann kam CRRC, die wollten, ganz im Gegensatz dazu, dass wir noch internationaler werden und erheblich expandieren. Sie haben uns gut mit Investitionsmitteln ausgestattet, was auch die Sorgen hat verstummen lassen. Das hat Energie freigesetzt.

„Das Miteinander ist deutlich kühler geworden“

Sie kennen die Automobilindustrie wie Ihre Westentasche. Hat Sie in all den Jahren dennoch etwas überrascht?

Bremer: Es hat mich schon überrascht, wie sich das Einkaufsgebaren und die Beziehung zwischen Herstellern und Zulieferern in den vergangenen Jahren verändert hat. Ich habe noch kennengelernt, dass man durchaus persönliche Beziehungen zu Geschäftspartnern aufgebaut hat – dass man dem Menschen und seinem Wort vertraute und man wusste, dass dieser Mensch auch morgen noch da ist, wenn man dieses Wort einlösen möchte. Heute wird auf Distanz gesetzt und die Rotationsgeschwindigkeit ist wahnsinnig gestiegen. Die Verweildauer unserer Ansprechpartner liegt heute bei ein bis zwei Jahren – früher waren es fünf oder mehr. Man hat auch mal eine Fahrzeuggeneration gemeinsam erlebt, für die man eine Kunden-Lieferanten-Entscheidung getroffen hatte. Das Miteinander ist deutlich kühler geworden.

Über die Automobilindustrie wird derzeit vieldiskutiert.

Bremer: Noch etwas, das sich verändert hat: Der Umgang mit Mobilität und insbesondere mit dem Automobil. Als ich angefangen habe, war die Automobilbranche eine der gefragtesten bei jungen Leuten. Man hat gut verdient, hatte eine Perspektive und ein sexy Produkt, mit dem sich die Mehrheit positiv identifiziert hat. Heute habe ich manchmal das Gefühl, man muss sich fast entschuldigen, dass man in der Autoindustrie arbeitet. Sie ist ja so dreckig, macht alles kaputt, ist so laut. Die Diskussion ist nicht mehr faktenbasiert. Auf einmal wird etwas, das um Größenordnungen sauberer ist als noch vor zehn Jahren, als größte Dreckschleuder aller Zeiten betrachtet.

„Ob Plug-in-Hybride umweltschonender sind, mögen andere entscheiden“

Der Diesel?

Bremer: Zum Beispiel. Es ist viel falsch gemacht worden, das will ich gar nicht schönreden, und es gab dreckige Diesel. Aber wir haben dazugelernt. Ich fahre noch immer gern einen Diesel, und wenn ich sehe, mit welcher Leistung und welchem Verbrauch das Auto unterwegs ist, und wie sauber die Abgase heute sind. Aber man kommt nicht mehr in die Diskussion über die Fakten, weil man in der EU ein politisches Signal gegen Verbrenner, insbesondere den Diesel, gesetzt hat. Und seither laufen alle Argumente ins Leere. Ob Plug-in-Hybride im Realbetrieb wirklich umweltschonender sind, mögen andere entscheiden.

Wo ist man da aus Ihrer Sicht falsch abgebogen in der Diskussion?

Bremer: Das ist sehr schwierig, hier kommt sicherlich vieles zusammen. Zum einen sind da die klimapolitischen unstrittigen Ziele. Natürlich müssen wir hier was tun, aber die internationale Abstimmung funktioniert nicht. Zum Beispiel, wenn es um das Thema Energieumwandlung und Emissionen geht. Wir wollen immer alles am schnellsten und am besten umsetzen. Aber wenn keiner mitgeht, und wir Energie aus Kohlekraftwerken hinterher im Ausland einkaufen müssen, dann ist das inkonsequent. Oberflächlich betrachtet, haben wir dann ein ruhiges, weil grünes Gewissen. Faktisch stimmt aber die Gesamtbilanz nicht. Und wenn es um das Thema reiner Elektromobilität geht, hat das unweigerlich zur Folge, danach viele Beschäftigte in der Automobilindustrie aus der Erwerbstätigkeit hinausgedrängt zu haben. Auf die wirtschaftliche Belastbarkeit wird keine Rücksicht genommen. Dabei ist die Wirtschaft der Motor unseres Landes, das müssen wir in Einklang bringen mit umweltpolitischen Zielsetzungen. Wir verlieren hier die Balance.

„Wir werden eine Regierung kriegen, die nicht so viel bewegt, wie sie müsste“

Im September wird gewählt, sehen Sie da eine Chance für eine Rückkehr zum Mittelweg?

Bremer: Egal wie es ausgeht, ich möchte keine Koalitionsverhandlungen führen. In jedem Parteiprogramm – außer ganz links und ganz rechts – stehen Dinge drin, mit denen man sich identifizieren kann. Aber der Überlapp für eine stabile Regierung, die etwas bewegt, ist aus meiner Sicht zu gering. Wir werden eine Regierung kriegen, die nicht so viel bewegen wird, wie sie bewegen müsste. Ämter werden dann nach Parteien und Regional-Proporz verteilt, sodass die Expertise der Person nicht immer zur Anforderung des Amtes passt. Das Land muss regiert und nicht verwaltet werden.

Sie sind erst 60 und könnten sich auch weiterhin einbringen – gerade jetzt in der Coronapandemie. Hat Sie das noch einmal an der Entscheidung für den Ruhestand zweifeln lassen?

Bremer: Das stimmt, ich überlasse meinem Nachfolger einige Herausforderungen, die wir vor der Pandemie noch nicht gehabt haben, geschweige denn, vorhersehen konnten. Letztlich hat die Coronapandemie aber auch dazu beigetragen, meinen Entschluss zu festigen. Dass ich mit 60 als Geschäftsführer ausscheiden möchte, habe ich vor über einem Jahr entschieden. Dabei spielte die gerade beginnende Pandemie überhaupt keine Rolle. Die dann aber erlebte zusätzliche Zeit mit der Familie während der aufkommenden Kurzarbeit mit zeitweisen Werksschließungen war eine absolut neue Erfahrung. Zuvor habe ich über die Hälfte des Jahres im Ausland, an anderen Werkstandorten oder bei den international aufgestellten Kunden verbracht. Ich habe meinen Job immer gerne gemacht, aber diese gewonnene Privatzeit habe ich dann auch sehr genossen, da gab es für mich kein Zurück.

„Die Zulieferer werden in der Diskussion gerne vergessen“

Sie bleiben in Verbänden aktiv und sollen auch in den Aufsichtsrat der Holding berufen werden. Welche Themen wollen Sie voranbringen?

Bremer: Ich bin ein Freund davon, Klartext zu reden, und das will ich auch weiterhin. Zumal die Zulieferer in der Diskussion um die Transformation der Automobilindustrie gerne vergessen werden. Entscheidungen der Politik werden mit uns weniger intensiv diskutiert als mit den KFZ-Herstellern, sogenannter OEM. Was auch an der Struktur der Branche liegen mag. Viele kleine und mittelgroße Betriebe werden eben nicht so wahrgenommen, wie wenige sehr große. Aber: Die Zulieferer sorgen dafür, dass es die hochwertigen Fahrzeuge überhaupt gibt, und dass die Margen der OEM stimmen. Gleichzeitig leiden wir aktuell wie kaum je zuvor unter steigenden Metall-, Kunststoff- und Kautschukpreisen, wir kriegen keine Container und müssen statt Seefracht zu buchen, zu enorm höheren Kosten vielfach die Zukaufteile fliegen. Es nützt doch nichts, wenn der Käufer der Ware Rekordgewinne macht, die Zulieferer aber kein Geld mehr verdienen und dadurch einige vom Markt verschwinden. Wie sehr die Marge vieler Zulieferer mit Sitz in Deutschland zurückgegangen ist, ist dramatisch. Das hat sich völlig entkoppelt von der Entwicklung der Autohersteller.

Wenn Sie sich nicht mit der Automobilindustrie beschäftigen, was machen Sie dann in Ihrem Ruhestand?

Bremer: Ich kehre zu den wartungsintensiven Fahrzeugen zurück. Ich habe ein paar Oldtimer, darunter natürlich als Osnabrücker ein 1960er Karmann Ghia Cabriolet, die in den vergangenen Jahren mehr Standschäden als Kilometer erbracht haben. Die werde ich jetzt aus der Garage holen, Luft aufpumpen, die Öle wechseln und mit meiner Frau die eine oder andere auch mehrtägige Ausfahrt machen. Ich liebe das Reisen in Kombination mit Wein und gutem Essen. Auch an den Dümmer wird es mich sicherlich wieder mehr ziehen, dort habe ich ein kleines Refugium und ein Segelboot, das zuletzt wenig genutzt wurde. Auch eine Transatlantiküberquerung wollten meine Frau und ich schon immer mal machen– aber nur als Passagier. Und ohne Pandemierisiken natürlich. Das muss also noch etwas warten.

Damit bleiben Sie sich treu: Automobil und Wasser.

„Man sollte den Zeitpunkt selbst entscheiden, bevor man darum gebeten wird“

Bremer: Das stimmt. Ich freue mich darauf, jetzt ganz spontan agieren und das schöne Wetter ausnutzen zu können. Vielleicht schaffen wir es auch bald wieder, unsere Freunde im Ausland zu besuchen.

Wie schwer ist es loszulassen?

Bremer: Die Entscheidung zu treffen ist mir schwergefallen, aber im Moment bin ich sehr ausgeglichen. Es tut letztlich gut, loszulassen. Meine Nachfolge ist geregelt und man ist sich gar nicht bewusst, wie sehr man sich im Hamsterrad befindet, bevor man zur Ruhe kommt. Und man sollte den Zeitpunkt selbst entscheiden, bevor man irgendwann darum gebeten wird.

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