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NWZonline.de Nachrichten Wirtschaft

Fund aus Polen drückt Schweinepreis

11.07.2019

Damme Weniger die Nachfrage, mehr die spezielle Wettbewerbssituation sorgten in den letzten Wochen für die seit Jahren höchsten Schweinepreise. Am Mittwoch allerdings gab es eine erwartete, deutliche Richtungsänderung: statt 1,85 Euro je Kilogramm wie vor einem Monat notierten die Schweinepreise bei 1,77 Euro/kg.

Offensichtliche Ursache: die Philippinen verhängten ein Einfuhrverbot für deutsches Schweinefleisch. In einer deutschen Lieferung des Unternehmens Pro Food (Recklinghausen) sollen sich 250 Kilogramm polnisches Schweinefleisch befunden haben. Die Einfuhr ist wegen der dort grassierenden Afrikanischen Schweinepest (ASP) untersagt. Der Markt ist bedeutend. Nur China und Japan ordern größere Menge Schweinefleisch als die Philippinen.

Von diesem neuen Exportproblem mal abgesehen: Der Fleischmarkt blieb ohnehin hinter den Erwartungen: Der Mai war zu kalt zum Grillen, der Juni zu heiß. Die Fleischnachfrage ging zurück. Da sorgten dann die weiter reduzierten Ferkel- und Mastbestände – in fünf Jahren acht Prozent Minus bei den Schweineherden und sogar elf Prozent weniger Sauen – für die nötige Preisstabilität.

In den letzten acht Jahren gab jeder zweite Schweinebauer auf. Über eine Million Schweine gibt es nur noch in den Kreisen Coesfeld, Steinfurt, Borken und Warendorf sowie Cloppenburg (1,5 Millionen) mit dem Schwerpunkt Löningen und Vechta (1,3 Millionen). Allein in Damme grunzen 312 000 Schweine.

Aber in diesem Jahr wurden bisher mehr als eine Million Schweine weniger an den Haken geführt als im Vorjahr. Mittlerweile werden gar in Spanien mehr Schweine geschlachtet. Der Vorsprung wird wohl noch größer. Der italienische Schlachtriese Pini baut in Katalonien, nachdem Pläne für Thüringen, Bernburg, Verden und Molbergen (Kreis Cloppenburg) nicht umgesetzt werden konnten.

Setzt sich der Abwärtstrend fort ? Nein, meint Matthias Quaing, Marktexperte bei der Interessengemeinschaft der Schweinehalter in Damme. „Das ist die übliche Tendenz zu Beginn der Sommerferien“. Mit dem Stoppelmarkt in Vechta (Mitte August) seien wieder höhere Preise zu erwarten.

Ja, meint Dr. Robert Elmerhaus, Leiter des Lebendvieheinkaufs bei Tönnies (Rheda-Wiedenbrück/NRW) dem deutschen Schlachtriesen, der sich in der letzten Woche über die Zur Mühlen Gruppe auch noch Teile von Bell (in Börger/Emsland und Suhl) einverleibte. „Die aktuelle Vermarktungslage belastet die Preisstabilität“. Beim Export ins Reich der Mitte seien zudem keine zusätzlichen Impulse zu erwarten.

Das sehen manche Marktbeobachter anders. In China sind die Lagerbestände weitgehend geleert. Anders als Tönnies mitteilt, steigt der Preis dort. 2,14 Euro je Kilogramm werden dort gezahlt. Abgerechnet wird nach Lebendgewicht. Hier zählt das Schlachtgewicht. Und das führt dann zu einer Differenz von 100 Euro pro Schwein.

Übrigens profitierten nicht die Schweinemäster besonders vom hohen Schweinepreis. Sie müssen schon seit einen Monat rund 70 Euro und damit doppelt so viel wie vor einem Jahr pro Ferkel (25 kg) zahlen.

Die Sauenhalter gewinnen mehr. Allerdings schrieben sie auch viele Monate nur rote Zahlen.

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