DANGAST - Nicht schlecht gestaunt hat Niedersachsens Umweltminister Hans-Heinrich Sander (FDP) bei seinem ersten Besuch in Dangast über das vielfältige Angebot des Nationalpark-Hauses, das jetzt 20 Jahre existiert. Voll des Lobes äußerte er sich am Donnerstag vor rund 60 Gästen auch über die Schutzgemeinschaft Deutsche Nordseeküste (SDN), die ihr 35-jähriges Bestehen feierte und mit der Stadt Varel und dem Mellumrat Träger des Nationalpark-Hauses ist.
Umweltbildung wichtig
„Wir sollten alle Nationalpark-Häuser so stark machen wie das in Dangast“, erteilte Sander möglichen Bestrebungen, die Zahl der Nationalpark-Häuser entlang der Küste zu verringern, eine Absage. Umweltbildung sei ebenso bedeutsam wie Umweltschutz. „Wir können im Naturschutz von staatlicher Seite noch so viel unternehmen – wenn wir keine Organisationen und keine ehrenamtlichen Kräfte haben, die die Sache mit vollem Herzen nach vorne treiben, werden wir scheitern“. In diesem Sinne dankte Sander auch den Aktiven des Mellumrates, die ihr Domizil ebenfalls im Nationalpark-Haus haben.
Dritter Grund zum Feiern war die offizielle Eröffnung des Mitteltraktes, der das Nationalpark-Haus mit dem Seminarhaus verbindet und auch mit Mitteln der Barthel-Stiftung finanziert wurde. Dessen Repräsentant Jürgen Evers betonte, dass der Schutz der Nordsee und des Wattenmeeres ein der Stiftungszweck und ihm auch persönlich wichtig sei.
Besucherzahlen gesteigert
Der Leiter des Nationalpark-Hauses, Lars Klein, hob den zunehmenden Besucherstrom in der „Alten Schule“ hervor. In den vergangenen vier Jahren sei die Zahl um 50 Prozent gesteigert worden. „Ein Grund ist die gute Zusammenarbeit mit den Schulen“, sagte Klein, dem der Umweltminister viel Anerkenung für sein Engagement zollte.
Während Varels Ratsvorsitzender Karl-Heinz Funke einen Exkurs in die Geschichte unternahm und an die Diskussion zur Gründung des „Nationalparks Wattenmeer“ mit Naturschutz einerseits und den Interessen der Jäger, Fischer und Landwirte andererseits erinnerte, sprach Bürgermeister Gerd-Christian Wagner den Tourismus als herausragenden Wirtschaftsfaktor für Varel und die Region an. Die Verschmutzung der Nordsee sei nicht nur ein ökologisches Problem, sondern gefährde auch den Tourismus. Deshalb sei die Arbeit des SDN ebenso wichtig wie die des Nationalpark-Hauses; denn „die Nordsee ist ein einzigartiger Lebensraum“. Der Umweltdezernent des Landkreises Friesland, Martin Dehrendorf, bezeichnete die SDN als Lobbyist, Anwalt und Wächter für die Belange der Nordsee. Die Organisation habe keinen leichten Stand, weil ökologische und ökonomische Interessen aufeinanderstießen. Deshalb appellierte Dehrendorf: „Wir leben mit und von der Nordsee.“
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