Von langjähriger Treue war am Sonntag mehrfach die Rede. Kein Wunder, denn die Schützenvereine in Bookholzberg und Bürstel-Immer, die am Wochenende parallel ihre traditionellen Feste feierten, haben Mitglieder in ihren Reihen, denen man mit Fug und Recht bescheinigen kann, dass sie in ihrem Verein fest verwurzelt sind.
In Bookholzberg erhielten Günter Konopka und Fritz Ottens eine Urkunde für 40 Jahre Mitgliedschaft. Bereits ein halbes Jahrhundert gehört Karl-Heinz de Bruyn dem Verein an, der gerade einmal gut doppelt so alt ist, nämlich 111 Jahre.
Aber nicht nur Mitglieder zeigen langjährige Verbundenheit. Bereits seit vier Jahrzehnten nimmt Wilfried Schwetmann am Bookholzberger Schützenfest teil. Er versorgt an seinem Verkaufsstand die Besucher mit Fischbrötchen in diversen Variationen. Damit er den Fisch einmal schwimmen lassen kann, dankte ihm der Vereinsvorsitzende Wilfried Samtleben mit einer Flasche Sekt. Schwetmann sagte, er könne sich noch sehr gut an die Anfänge erinnern. „Damals waren an Standgeld lediglich zwei Mark fällig.“
Keine Vergleichsmöglichkeiten hat Miriam Müller. Die 20-Jährige wurde am Sonnabend zur dritten Bookholzberger Schützenliesel gekürt – und am Sonntagabend hatte sie ihre Amtspflichten bereits erfüllt. Es war allerdings ein sehr anstrengender Tag, wie die Gymnasiastin einräumte. Nach der Wahl wurde bis in den Sonntagmorgen getanzt und gefeiert. Bereits neun Stunden später stand die Teilnahme am Festumzug auf dem „Dienstplan“. Da brauche auch eine junge Frau besondere Kondition – und ein gutes Make-up, verriet die 20-Jährige.
Noch ein Jahr älter als die Bookholzberger Organisation ist der Schützenverein Bürstel-Immer. Dessen Proklamation ließ am Sonntagabend auf sich warten. Der Grund: Die Entscheidung zwischen König und Adjutant fiel erst im allerletzten Augenblick – und dann war auch noch die Position des zweiten Adjutanten recht lange umkämpft. Am Ende konnte sich Vereinschef Carsten Wichmann durchsetzen.
Wichmann hatte zuvor treue Mitglieder ausgezeichnet. 40 Jahre im Verein sind Wilfried Buchholz und Manfred Stolle. Jeweils ein halbes Jahrhundert Mitgliedschaft können inzwischen Klaus Martens, Günter Kreye und Manfred Wichmann vorweisen.
Dass die Schützen in Immer zu feiern verstehen, ist keine Frage. Und die für Sonnabendabend angesetzte „brandheiße Party“ wurde ihrem Namen gerecht. Es brannte zwar nicht, aber heiß her ging es schon – auch bei der Wahl des besten Outfits der Gäste. Silvia Thomas war der Titel nicht zu nehmen, aber dafür musste sie besonders viel schwitzen: Sie hatte sich als Feuerwehrfrau gekleidet – und den ganzen Abend in schwerer Montur getanzt. Weniger schweißtreibend war die Feier am Sonntagabend: Der Königsball wurde kurzerhand ins Freie verlegt.
Nicht nur bei den Schützen gibt es viel ehrenamtliches Engagement, auch andere Vereine könnten ohne die fleißigen und zumeist sehr stillen Helfer nur wenig ausrichten. So geht es auch dem Ortsverein Schlutter-Holzkamp-Hoyerswege. Der Vorsitzende Enno Vosteen nutzte das Sommerfest, um sich bei Anke und Dieter Coldewey mit einem Blumenstrauß zu bedanken. Das Paar hilft nicht nur unermüdlich bei der Organisation des Festes, sondern verpachtet dem Verein auch das Grundstück für den Spiel- und Bolzplatz in Schlutter – natürlich zum Nulltarif, wie Dieter Coldewey anmerkt.
Zum Nulltarif gibt’s das „Gantermobil“nicht. Das „Conference-Bike“, so die offizielle Bezeichnung, kann man nämlich ab sofort beim Ganderkeseer Unternehmer Timo Vetter (Vetter Werbung)mieten. Der Tagestarif beginnt ab 99 Euro – was nicht viel ist, wenn man die Summe durch sieben teilt. So viele Personen finden auf dem Gemeinschafts-Rad Platz – und zwar nicht hintereinander, sondern in gemütlicher Runde um einen kleinen Tisch herum. Nur der Fahrer am Lenker hat den unmittelbaren Blick nach vorn, alle anderen müssen zwar treten, können sich aber ansonsten miteinander oder mit den in Flaschenhaltern ruhenden Getränken beschäftigen. Bei der Probefahrt in der vergangenen Woche sorgte das ferrarirote Gefährt schon für allerhand Aufsehen in Ganderkesee. Das mag auch an den Passagieren gelegen haben, denn mit dem Büttenabend-Duo Dirk Wieting und Markus Weise auf der einen sowie der stv. Bürgermeisterin Christel
Zießler und MdL Axel Brammer auf der anderen Seite hatte Steuermann Vetter ein prominent besetztes Testfahrer-Team um den rollenden Tisch versammelt.
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