Wilhelmshaven/Friesland - Ein großer Redner sei er nicht, ließ die Begrüßung von Heiko Theilen in Richtung des Publikums im Wilhelmshavener Gorch-Fock-Haus eine eher unspektakuläre Ansprache vermuten. „Mein Beitrag wird kurz – wie Sie wissen, muss der Mittelstand stets schneller sein als die Politik.“
Mit diesem kleinen Seitenhieb läutete Theilen seine bewegende Dankesrede ein, bei der er sich vor allem bei Familie und Angestellten bedankte. Der Vareler, Inhaber eines Maschinenbauunternehmens, hatte soeben beim Wirtschaftstreffen „Position 2014“ den Unternehmerpreis der Region Friesland-Wilhelmshaven-Wittmund verliehen bekommen – kein Zufall, wie zuvor auch der Niedersächsische Wirtschaftsminister Olaf Lies (SPD) betont hatte: „Handwerk, Mittelstand, kleine und mittlere Betriebe – dies sind die Säulen der Wirtschaft dieses Bundeslandes.“
Auch der Präsident des Allgemeinen Wirtschaftsverbands Wilhelmshaven-Friesland, Martin Steinbrecher, hatte die Bedeutung des Mittelstandes „als dem großen Jobmotor“ hervorgehoben. Der Wirtschaftsverband war auch in diesem Jahr, der bereits 15. Auflage von „Position“, federführend bei der Organisation gewesen.
Mangels Anmeldungen wurde diesmal auf das traditionelle „offene Mikrofon“ verzichtet. Im vergangenen Jahr hatte der Hauptgeschäftsführer der Niedersächsischen Unternehmerverbände, Dr. Volker Müller, die Veranstaltung für eine Abrechnung mit der damals neuen rot-grünen Landesregierung genutzt. Am Mittwochabend bekam nun Olaf Lies die Gelegenheit, vor den Unternehmern etwas Werbung in eigener Sache zu machen.
Wirtschaft, Infrastruktur, Fachkräftemangel – die waren dann die großen Themen des Sanders. „Wir müssen ein öffentliches Bild von Niedersachsen als dem Hafenland entwickeln“, sagte Lies. Und: „Der Nordwesten ist mehr als der Jade-Weser-Port“, für dessen weiteren Ausbau Lies warb. Der Weser-Port sei ein idealer Standort – „wir müssen vorbereitet sein, wenn hier jemand investieren will.“
Lies forderte außerdem die Elektrifizierung der Bahnstrecke Oldenburg-Wilhelmshaven. „Wir brauchen hier einen Fernverkehrsanschluss.“
Ein Sonderpreis wurde für die „Hospiz-Idee in ihrer regionalen Ausprägung“ verliehen. Geehrt wurden unter anderem die Mission Lebenshaus gGmbH, das Friedel-Orth-Hospiz Jever, die Hospiz-Initiative Wilhelmshaven-Friesland und die Hospiz-Bewegung Varel.
