Groß Ippener/Twistringen - Die Damwildbestände sind in den vergangenen Jahren stetig gestiegen, deshalb wurde der Bestand im Jagdjahr 2011/2012 stärker reduziert. So lautete einer der Kernaussagen von Julius Uhlhorn, 1. Vorsitzender der Damwildhegegemeinschaft Delme-Hunte -Klosterbach, auf der Jahresversammlung mit Trophäenschau im Gasthaus Lehmkuhl in Neuenmarhorst.
Die Planziele für das aktuelle Jagdjahr konnten wieder etwas zurückgenommen werden. Nachdem in 2011/2012 insgesamt 527 Stück Damwild gestreckt wurden, konnte der Abschussplan von den Jagdbehörden in diesem Jagdjahr auf 442 Stücke festgelegt werden. Das Abschuss-Soll wurde mit 103 Prozent sehr gut erfüllt.
Mit dem Signal „Begrüßung“ eröffnete die Bläsergruppe Twistringen die Versammlung, zu der Vorsitzender Uhlhorn neben den gut 100 Teilnehmern die Vertreter der unteren Jagdbehörde Oldenburg und Diepholz willkommen hieß.
Die im Jahre 1985 gegründete Damwildhegegemeinschaft Delme – Hunte – Klosterbach umfasst heute etwa 140 Reviere mit einer Jagdfläche von 45 000 Hektar. Hinzu kommen die Landesforsten im Hegebereich. Zur Hegegemeinschaft gehört ein Gebiet, dass in Nord-Süd-Richtung von Groß Ippener bis Groß Lessen und in der Ost-West-Ausdehnung von Bassum bis Barnstorf reicht. Vorsitzender Uhlhorn führte aus: „Die groß angelegten Drückjagden – insbesondere um die Dehmse – brachten bei guter Witterung an den Jagdtagen den gewünschten Erfolg.“ Weiter merkte Uhlhorn an: „Die Jahresstrecke betrug 1997/1998 insgesamt 175 Stücke. Jetzt wurden 457 Stücke Damwild gestreckt. Leider sind 22 Hirsche und elf Damtiere dem Straßenverkehr zum Opfer gefallen. Hinzu kommen noch 28 Stücke Fallwild.“
Seinen Vortrag stellte Wildmeister Hartmut Leiner – Landesjägerschaft Niedersachsen – unter die Überschrift „Drück- und Bewegungsjagden im Kreuzfeuer der Kritik“. Zur Begründung von Bewegungsjagden auf Schalenwild (Reh-, Dam-, Rot- und Schwarzwild) führte Leiner an, dass für die Einzeljagd durch die Umstellung des Waldbaus zunehmend schwer einsehbare Deckungsflächen entstanden seien.
Ein weiteres Augenmerk legte Leiner auf die Sauenbejagung. Die Schwarzwildstrecke in Niedersachsen wuchs von etwa 6000 Stücke im Jagdjahr 1960/61 auf etwa 50 000 Stücke im Jahr 2007/08. Als Ursachen für die Bestandsvermehrung führte er unter anderem die Intensivierung im Ackerbau, die Steigerung der Nahrungsressourcen, milde Winter, flächendeckende und ganzjährige Kirrung an.
