Iffens - In den Schulen als Unterrichtsfach oft stiefmütterlich behandelt, nimmt die Chemie im Alltag und auch im Berufsleben im Landkreis Wesermarsch eine hohen Stellenwert ein. Die Branche halte in der Region rund 1200 Arbeitsplätze bereit und suche händeringend Auszubildende insbesondere für die Berufe des Chemikanten und des Chemielaboranten, berichtete Wilfried Riesebieter.
Er ist Vorsitzender der Ortsgruppe Wesermarsch der Industrie-Gewerkschaft Bergbau, Chemie und Energie (IG BCE). Die hatte jetzt, um bei Schülern das Interesse an der Chemie zu wecken und sie für einen Beruf in der chemischen Industrie zu begeistern, zu einem Praxistag eingeladen. Der fand in der Umweltstation Iffens statt, die auch die Organisation und inhaltliche Gestaltung des „Chemie-Unterrichts“ übernommen hatte.
Nicht nur große Werke wie Kronos Titan in Blexen oder Wilmar Edible Oils (vormals Fettraffinerie) in Brake, sondern insgesamt 28 Betriebe in der Region würden sich ausschließlich oder in Teilen ihrer Produktion mit Chemie befassen, machte Dr. Wolfgang Meiners, Leiter der Umweltstation Iffens, den 16 Teilnehmern das Praxistages deutlich. Zu ihnen gehörten auch sechs junge Frauen.
Mit den von Wolfgang Meiners und seinen Helfern aufgebauten Versuchsstationen sollten die Schüler nicht nur ihr Wissen vertiefen und erweitern können, sondern sie auch mit den Sicherheitsanforderungen vertraut gemacht werden, zumal die im Bereich der Chemie eine große Bedeutung haben. Dazu stand neben den praktischen Versuchen auch die Vermittlung von theoretischen Wissen auf dem Stundenplan.
An den Versuchsstationen hantierten die Schüler mit Alltags-Chemikalien wie Reinigungsmittel, die im Haushalt oder in der Landwirtschaft verwendet werden. Dass die bei falscher Handhabung auch großen Unheil verurschen können, wurden ihnen unter anderem mit einem Fettbrand und einer Tannenbaum-Explosion deutlich gemacht.
Überrascht waren die Schüler vom Experiment mit einem kleinen Teelicht. Der Versuch, das brennende Paraffin des Teelichtes mit Wasser zu löschen, verursachte gewaltige Stichflammen, die lebensgefährlich sein können.
Vorrangig sei bei diesem Praxistag aber gewesen, die Teilnehmer davon zu überzeugen, dass die Beschäftigung mit Reagenzglas und Bunsenbrenner sowie damit auch die Tätigkeit in der chemischen Industrie Spaß macht, verdeutlichte Wilfried Riesebieter. Um Nachwuchs für die Branche anzuwerben, hatte die Ortsgruppe der IG BCE auch die Kosten für den Praxistag übernommen.
