Tossens - Viele Menschen hinterlassen viel Müll. Und bei Center Parcs Nordseeküste in Tossens tummeln sich sehr viele Menschen. „Wir reden hier vom zweitgrößten Ortsteil Butjadingens“, sagt Park-Manager Christoph Muth im Hinblick auf die 2021 Gäste und Mitarbeiter, die sich im Durchschnitt täglich im Zentralgebäude an der Nordseeallee und in den umliegenden Bungalow-Parks aufhalten.
Zusammen produzierten diese Menschen nach einer Statistik der im Landkreis Wesermarsch für die Abfallbeseitigung zuständigen GIB Entsorgung im vergangenen Jahr 510 Tonnen Müll. Ein Problem für Christoph Muth und seine Mannschaft? Keineswegs. Unter allen 21 europäischen Center Parcs ist der Park Nordseeküste in Sachen Mülltrennung der beste.
Laut Christoph Muth beträgt die Mülltrennungsrate im Tossenser Park 65 Prozent. Andree Stelljes-Schmalge, der sich bei der GIB unter anderem um die Öffentlichkeitsarbeit kümmert, bezeichnet diesen Wert als herausragend und nennt einen Vergleich: Die Bürgerinnen und Bürger der Wesermarsch brächten es auf eine Mülltrennungsrate von 75 Prozent.
Bio-Container zu schwer
Da steht Center Parcs schlechter da. Doch die Einwohner des Landkreises haben auch die Möglichkeit, ihren Biomüll gesondert zu entsorgen. Das geht zumindest bei dem Biomüll, der in den Ferienhäusern anfällt, aus verschiedenen Gründen nicht, wie Andree Stelljes-Schmalge erläutert: Zum einen sei es für die GIB nicht möglich, die Biotonnen aus dem Park wöchentlich abzufahren – das wäre aber nötig, weil es in den Behältern ansonsten von Maden und Fliegen wimmelt und sie zudem zu stinken beginnen. Außerdem könnten für den Biomüll nicht die 1100-Liter-Container aufgestellt werden, in denen die anderen Müllsorten gesammelt werden. Sie würden nämlich so schwer werden, dass sie gar nicht mehr zu entleeren wären.
Also wandert der Biomüll notgedrungen in die Restmüllton. Dass es Center Parcs dennoch schafft, auf eine Trennungsrate von 65 Prozent zu kommen, findet Andree Stelljes-Schmalge äußerst respektabel.
Der Erfolg kommt nicht von ungefähr. Mit Unterstützung der GIB-Fachleute tut Center Parcs eine Menge dafür – wohl wissend, dass es die Menschen mit der Mülltrennung im Urlaub vielleicht nicht ganz so genau nehmen wie daheim. Deshalb werden die Gäste schon in den Wochenprogrammen, die Center Parcs für sie herausgibt, gebeten, daran zu denken, ihren Müll zu trennen. Und damit es die Gäste möglichst einfach haben, stehen in den Ferienhäusern Mülleimer mit drei Kammern – eine für Papier und Pappe, eine für Gelber-Sack-Abfälle und eine für den Restmüll.
Entleeren können die Gäste ihre hauseigenen Mülltonnen in die 1100-Liter-Container, die überall in der Ferienanlage stehen. Insgesamt sind es 90 Stück – 36 für Restabfall, 28 für Papier und Pappe und 26 für Leichtverpackungen. Natürlich gibt es auch Sammelbehälter für Altglas. Alle Tonnen werden wöchentlich geleert, teils via Sondertouren, die die GIB für Center Parcs fährt. Vor der Abfuhr werden alle Container auf ihre richtige Befüllung geprüft.
Ziel: Noch besser werden
Wo der Park, der nicht zuletzt für seine vorbildliche Abfallbeseitigung umweltzertifiziert ist, seine Gäste um Mülltrennung bittet, müssen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit gutem Beispiel voran gehen. Und das tun sie auch. So werden zum Beispiel Speiseabfälle und Frittierfette einer Verwertung durch die GIB zugeführt. Und selbstverständlich ist es auch, dass Peter Gerken, Leiter der Abteilung Technik, Housekeeping und Grünanlagenpflege, und sein Team Grünabfälle nicht in die Restmülltonnen werfen, sondern sie der GIB Entsorgung für eine Verwertung zur Verfügung stellen.
Trotz allen Erfolgs: Auf seinen Lorbeeren ausruhen will sich Center Parcs nicht. Christoph Muth: „Unser Ziel ist es, noch besser zu werden.“
