Streit um die Saatkrähen in Jever und die Entfernung der Nester

(...) Ob die angeführten Tatsachen, die der Landkreis Friesland zur Begründung seiner Ausnahmegenehmigung anführt, rechtlich tragen, erscheint sehr zweifelhaft. (...) Es soll nicht bestritten werden, dass das Verhalten der Tiere für manchen Betroffenen recht lästig sein kann, (...) das reicht jedoch als Begründung nicht aus, Nester mit Eiern einer streng geschützten Art zu entfernen. (...)

Nun könnte man an eine Gesundheitsgefährdung denken; dazu ist aber im Bescheid des Landkreises nichts gesagt. Die Rechtsprechung fordert zu diesem Punkt auch eine gewisse greifbare Gefährdung. Dazu hätte es sicher einer Untersuchung von Kotproben bedurft. (...)

Der Hinweis auf die ausbleibenden Besucher überzeugt nicht, denn der Besucherverkehr findet in den Geschäftsvierteln statt, wo die Krähen nicht lästig sind. Wer von den Besuchern fürchtet, dass das heilige Blechle weiße Spritzer abbekommen könnte, findet in Jever auch unbeeinträchtigte Parkplätze.

Das Krähenproblem ist für uns nicht neu, wie es sich im Laufe des Jahre entwickeln wird, lässt sich schon im Frühjahr abschätzen, wenn mit dem Nestbau begonnen wird. Bei sofortiger Reaktion hätte man es vermeiden können, Nester mit Inhalt zu entfernen. (...)

Zum Schluss noch eine Bitte um etwas mehr Gelassenheit mit den Krähen für diese Saison. Es gibt einiges, was bisher ohne große Aufregung hingenommen wurde. Man denke an die überall in der Stadt verteilten Hundehaufen. (...) Auch eine andere Zumutung für uns Bürger sei in diesem Zusammenhang noch erwähnt: Der Lärmterror durch die Altstadtfeste. (...) Das Gekrächze der Krähen kann man dagegen als angenehm bezeichnen.


Ulrich Appel Jever