Neustadtgödens - Freude und Trauer – im Förderverein Neustadtgödenser Mühlen liegen diese beiden Gefühle dicht beieinander. Die bemerkenswerten Erfolge, die der Förderverein zum Erhalt der beiden Mühlen in Sanderahm und auf dem Wedelfeld erzielt hat, wurden überschattet von zwei Todesfällen. Innerhalb nicht einmal eines Jahres verlor der Förderverein seine beiden ersten Vorsitzenden (die NWZ berichtete): Erich Janßen starb im September 2013 und dessen Nachfolger im Amt, Karl-Georg Graf von Wedel vor wenigen Wochen im Juli. Entsprechend still und im kleinen Kreis wurde daher das 250-jährige Bestehen der Wasserschöpfmühle auf dem Wedelfeld begangen, erklärte Ulrike Schlieper, die als zweite Vorsitzende zusammen mit Gerwig Faß (Volksbank) und Klaus Oltmann (Gemeinde Sande) die Arbeit im Förderverein führt.
Angepackt und die Mühlen – teils in Eigenleistung, teils mit Unterstützung von Fachbetrieben – weiter auf Vordermann gebracht, haben die sechs freiwilligen Müller. Die erweisen sich nicht nur als Fachleute von gutem Schrot und Korn, sondern sind auch geschickte Tischler, Zimmermänner, Maurer, Maler und Lackierer.
Dietmar Weiß berichtete für die Peldemühle von Sanierungen am Kappengiebel, am Windrosenbock und Sackaufzug, von geförderten Reparaturen an Schrotgang, Treppen, Korbrad und Mahlsteinen. Inzwischen hat die Mühle wieder zwei voll funktionstüchtige Mahlgänge. Ein Landwirt versorgt die Müller mit Getreide zum Mahlen. „Weitere Händler und Landwirte, die uns Getreide zum Mahlen liefern sind erwünscht“, sagt Weiß.
Auch die Wasserschöpfmühle auf dem Wedelfeld steht gut da, so Müller Karl-Edzard Heeren. Das inzwischen 50 Jahre alte Reetdach wurde gereinigt und ausgebessert, Lagerbalken und Fenster erneuert und Pflaster- und Maurerarbeiten erledigt. Auch bei der Wedelfeldmühle seien nun beide Schrauben in Betrieb.
Rund 90 000 Euro wurden seit Sommer 2013 und werden noch bis Mitte 2015 für Sanierungsarbeiten aufgewendet. Das Geld stammt zu einem erheblichen Teil aus Stiftungen und Fördertöpfen, sagt Oltmann. 2015 seien an beiden Mühlen noch kleinere Arbeiten für weitere 30 000 Euro zu erledigen. „Dann haben wir beide Mühlen wirklich ,auf Schuss‘“, so Oltmann. Etwa 6000 Euro müsse der Verein dazu aus eigenen Mitteln aufbringen.
Auf Neuwahlen zum neuen Vorsitzenden verzichtet der Förderverein bis auf weiteres: „Wir wollen hier keine Lösung auf die Schnelle“, so Ulrike Schlieper. „Wir wollen in Ruhe eine geeignete Persönlichkeit finden.“
Die Entscheidung, beide Mühlen im Förderverein zusammenzufassen, erwies sich als richtiger Schritt, so Schlieper. Auch die Nachbargemeinde Zetel ist Mitglied im 120 Mitglieder zählenden Förderverein. „Die Identifikation mit den beiden Mühlen ist hier unheimlich groß“, sagt Schlieper. „Das sind unsere beiden Diamanten im Dorf.“
