Kleinvieh macht bekanntlich auch Mist – und nur so ist zu verstehen, warum das Mensa-Essen neuerdings mit dem vollen Mehrwertsteuersatz belegt wird. Dass dieser Mist aber kräftig zum Himmel stinkt, ist den Bundespolitikern offenbar verborgen geblieben. Sie halten es mit dem alten römischen Kaiser Augustus, der gesagt haben soll, Geld stinke nicht.
Doch die gesellschaftliche Realität wird selten durch große Sprüche verändert, sondern meistens durch viele kleine Prozesse, die weitgehend unbemerkt ablaufen und erst in der Summe ein Bild ergeben, dessen Schattenseiten vermutlich niemand gewollt hat.
Wer angesichts des Schutzschirms für Banken, die beim globalen Finanzpoker auf die falschen Karten gesetzt hatten, oder für Industriezweige, die am Markt vorbei produziert haben, den Kindern im Gegenzug per Steuererhöhung das Mittagessen verteuert, kann sich seine Beteuerungen sparen, Kinder seien die Zukunft der Gesellschaft.
Gerade Kinder aus sozial schwachen Kreisen sollten durchs gemeinsame Schulessen gefördert werden. Was davon wird, bleibt abzuwarten.
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