Frankfurt - Punkt 13.19 Uhr war es soweit: Der Dax übersprang am Freitag erstmals in seiner 25-jährigen Geschichte die Marke von 9000 Punkten. In der Spitze erreichte der deutsche Leitindex 9010,65 Punkte.

Im weiteren Tagesverlauf gab das Börsenbarometer allerdings wieder etwas nach und notierte am Ende der Handelswoche mit einem Tagesplus von 0,06 Prozent bei 8985,74 Punkten. Auf Wochensicht legte der Dax 1,36 Prozent zu.

Als entscheidender Treibstoff gilt die anhaltende Geldflut, die die US-Notenbank Fed über die globalen Finanzmärkte verteilt. Nach ungünstigen Arbeitsmarktdaten aus den USA in dieser Woche ist an den Börsen die Überzeugung gewachsen, dass die Fed diesen Kurs frühestens 2014 bremsen wird. „Der neue sichere Hafen heißt Europa respektive Deutschland“, sagt Portfolio-Manager Ludwig Donnert von Tao Capital.

In einem Umfeld niedriger Zinsen verweisen Experten zudem auf den Anlagenotstand bei den Investoren. Neben der Freigiebigkeit der Notenbanken ist es der Mangel an Alternativen, der die Investoren zu Aktien greifen lässt. Anleihen von Top-Emittenten wie den USA und der Bundesrepublik werfen weiter nur sehr magere Zinsen ab.

Aktien seien en vogue, vor allem aber wollten internationale Investoren deutsche Aktien, erklärt etwa Marktbeobachter Daniel Saurenz von Feingold Research. Deren Bewertung sei im internationalen Vergleich niedrig und die Unternehmen seien prächtig aufgestellt. Zudem laufe die Konjunktur immer besser. Erst kürzlich hat die Bundesregierung ihre Prognose für 2014 angehoben.

So rechnet sie statt bisher mit 1,6 Prozent jetzt mit einem Zuwachs beim Bruttoinlandsprodukt (BIP) von 1,7 Prozent. Zudem wird ein weiterer Anstieg der Beschäftigung auf Rekordniveau erwartet.

„Die Börsenampeln bleiben auf Grün und auch angesichts der besser als befürchtet angelaufenen Berichtssaison mit überraschend guten Daten von Dax-Schwergewichten wie BASF, Daimler und SAP sollte der Leitindex sein erhöhtes Niveau noch ausbauen können“, sagte Analyst Stefan de Schutter von Alpha Wertpapierhandel.

Warner sehen aber auch ein wachsenden Risiko einer Überhitzung des Aktienmarktes. Händler Andreas Lipkow vom Vermögensverwalter Kliegel & Hafner hebt hervor, dass die jüngste Rally bislang ohne größere Rückschläge verlaufen sei.

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