Frankfurt - Die Hoffnung der Anleger auf eine weitere Geldschwemme im Euroraum und gute Konjunkturdaten haben den Deutschen Aktienindex erstmals über die Marke von 9800 Punkten getrieben. Das wichtigste deutsche Börsenbarometer kletterte am Donnerstag im frühen Handel auf den Spitzenwert von 9810,29 Punkten und lag damit über seiner bisherigen Bestmarke von rund 9794 Zählern aus dem Januar.

Im Laufe des Tages rutschte der Leitindex aber wieder ab und schloss am Abend mit einem Abschlag von 1,01 Prozent auf 9656,05 Punkte. Auch an anderen europäischen Börsen und an der Wall Street in den USA ging es zunächst abwärts.

Börsianer trauen dem Dax dennoch noch einiges zu. „Das Rekordhoch ist nur eine Zwischenstation auf dem Weg zu 10 000 Punkten“, sagte Frederik Altmann von der Vereinigung Technischer Analysten Deutschlands (VTAD). Der Markt habe seit Jahresbeginn ausreichend Kraft für den großen Sprung gesammelt. Händler Markus Huber vom Broker Peregrine & Black warnte dagegen vor zu großer Euphorie. Eine Verschärfung der Krise in der Ukraine könnte die Aktienmarkt-Rally schnell wieder aus der Bahn werfen, sagte er.

Befeuert werde die Stimmung von überwiegend guten Unternehmenszahlen, einer Konjunkturerholung sowie von weiterhin billigem Geld der Notenbanken, sagte Ludwig Donnert von Tao Capital.

Die Europäische Zentralbank bekräftigte am Donnerstag ihre Bereitschaft zu einer weiteren geldpolitischen Lockerung – möglicherweise schon im Juni. Falls notwendig, werde schnell gehandelt, heißt es im Monatsbericht der Notenbank. Der Zentralbankrat stehe einstimmig hinter einem Einsatz auch unkonventioneller Mittel.