Dötlingen/Brettorf - Wenn die Gemeinde Dötlingen im März eines jeden Jahres ihren Haushalt verabschiedet, dann gehören mahnende Worte stets dazu. Das Ende der einst sprudelnden Gewerbesteuerquelle aus dem Erdgasspeicher in Dötlingen ist dabei seit Jahren ein Thema. Das war auch am Donnerstagabend bei der Sitzung in Brettorf wieder so. Ebenfalls wie immer in den vergangenen Jahren: Stabile Steuersätze, keinerlei Kreditaufnahme und am Ende einmütige Zustimmung von allen Fraktionen zu dem Zahlenwerk.

Im Ergebnishaushalt kalkuliert die Kommune mit einem Defizit von knapp 900 000 Euro. Die Einnahmen liegen bei rund 9,9 Millionen Euro, die Ausgaben bei rund 10,8 Millionen. Im Finanzhalt betragen die Einnahmen 2,3 Millionen Euro, die Ausgaben 4,9 Millionen Euro. Das Saldo von 2,6 Millionen Euro entspricht den geplanten Investitionen. Dank ihrer Rücklagen steht die Gemeinde weiter auf finanziell gesunden Füßen.

Wie genau allerdings die Lage ist, steht derzeit gar nicht fest. Denn noch liegt der erste doppische Jahresabschluss aus dem Jahr 2010 nicht vor, ebenso fehlen alle weiteren. „Die müssen endlich auf den Tisch“, forderte Dierk Garms (FDP). Bürgermeister Ralf Spille entgegnete, dass inzwischen qualifiziertere Zahlen vorliegen. „Fakt ist, dass die Defizite 2015 und 2016 durch die vorhandenen Rücklagen gedeckt werden können“, betonte er.

Spille bezeichnete die Haushaltsberatungen als „sehr ordentlich. Alle haben sich ein bisschen am Riemen gerissen.“ Im letzten Quartal 2015 hätten Steuernachzahlungen die Situation noch weiter verbessert. Um die Steuerkraft zu stärken, hofft er auf einen „Durchbruch“ beim geplanten Gewerbegebiet Hockensberg,. Auch weitere Einwohner, so beim Neubaugebiet in Neerstedt, seien eine Einnahmequelle, erinnerte er. Er bedauerte, dass keiner der vier Förderanträge für Straßen und Wege in 2016 zum Zuge kommen werde.

Anke Spille (CDU) hob die „konsequente und nachhaltige Haushaltsdisziplin“ in der Gemeinde hervor. Ebenso sah es Rudi Zingler (SPD). Auch er drängte darauf, dass der Rat die Abschlüsse der vergangenen Jahre nunmehr erhalten müsse.


Dierk Garms sah angesichts der Schwierigkeiten bei VW (als landesweites Problem) und dem Rückzug von BEB/Exxon vom Erdgasspeicher schwierige Zeiten auf die Gemeinde zukommen. Auch für die Liberalen stand das Ja zum Haushalt außer Frage. Gabriele Roggenthien begrüßte für die Grünen das Zahlenwerk und schloss sich den Vorrednern an.

Ulrich Suttka
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