Wangerooge - Der Niedersächsische Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) hat die Arbeiten für den ersten Bauabschnitt der Deicherhöhung auf Wangerooge ausgeschrieben. Wie Sprecherin Herma Heyken mitteilte, liegen die genehmigungsrechtlichen Voraussetzungen für die Erhöhung und Verstärkung der rund 3,3 Kilometer langen Deichstrecke des Dorf- und Ostgrodendeichs auf Wangerooge jetzt vor.
Der Deichbau sollte ursprünglich im Frühjahr 2013 beginnen, war dann aber um ein Jahr verschoben worden, weil sich herausstellte, dass wegen möglicher Eingriffe in Natur und Landschaft eine Einzelfallprüfung der Planung notwendig ist. Wie sich herausstellte, ist keine Umweltverträglichkeitsprüfung erforderlich, deshalb kann die Deichverstärkung am Ostflügel des Ostgrodendeichs beginnen.
Im ersten Bauabschnitt soll die einen Kilometer lange Deichstrecke vom Schöpfwerk im Ostgrodendeich bis zum Café Neudeich erhöht und neu profiliert werden. Frank Thorenz, Leiter der zuständigen Betriebsstelle Norden-Norderney des NLWKN und Projektleiter Theo van Hoorn haben den Sachstand mit Bürgermeister Holger Kohls und Vertretern des Gemeinderats erörtert.
Die Umsetzung des ersten Bauabschnitts soll von Frühjahr bis Herbst 2014 erfolgen. Sobald die Auftragsvergabe erfolgt ist, wird der NLWKN die Gemeinde und die Öffentlichkeit über die genauen Bauabläufe und Ausführungszeiten informieren.
Die Verstärkung der gesamten Deichstrecke wird bis 2017 andauern.
Ebenfalls im Frühjahr werden die Kleitransporte nach Wangerooge starten. Rund 100 000 Kubikmeter deichfähiger Klei müssen per Schiff zur Insel gebracht werden. Das Kleischiff soll sich vor Wangerooge im Watt trockenfallen lassen, so dass die Erde dann mit Baggern abtransportiert werden kann. In der Nähe des Bahnscharts und nahe des Schöpfwerks Ostgrodendeich sind Kleilagerstellen geplant.
Für die Kleischuten hat der NLWKN im Hafen Harlesiel einen eigenen Anleger bauen lassen: Der bestehende Kai im Nordosten des Hafenbeckens war auf 35 Metern Länge um fünf Meter verbreitert worden. Dazu wurde vor die Hafen-Spundwand eine weitere Spundwand gesetzt und der Zwischenraum aufgefüllt.
Landkreis Friesland und Nationalpark-Verwaltung hatten den Bau schnell genehmigt – auch, weil der Kleischiff-Anleger nach Ende des Deichbaus auf Wangerooge wieder zurückgebaut werden soll.
Wie berichtet, müssen auf Wangerooge die Deiche zum Teil bis zu 1,10 Meter zum Schutz vor künftigen Sturmfluten erhöht werden. Das ist dem Generalplan Küstenschutz für die Ostfriesischen Inseln zu entnehmen. Die Arbeiten erledigt im Auftrag des Landes Niedersachsen der NLWKN.
