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Arbeitslosigkeit Druck auf Jobcenter nimmt zu

Wolfgang Bednarz

DELMENHORST - Mit gegenüber dem Vorjahr rund 30 Prozent weniger Geld für Maßnahmen, die der Integration auf dem Arbeitsmarkt dienen, muss in diesem Jahr das Jobcenter Delmenhorst auskommen. Das berichteten am Donnerstag Jobcenter-Geschäftsführer Siegfried Dreckmann und seine Stellvertreterin Marion Denkmann. Die Mittelzuweisung für integrative Maßnahmen sinke von über zehn Mio. auf 7,6 Mio. Euro. In den kommenden Jahren sei mit weiteren Kürzungen seitens des Bundes zu rechnen. Das Verwaltungsbudget des Jobcenters Delmenhorst mit 119 Mitarbeitern werde mit 5,5 Mio. Euro annähernd auf dem Niveau des Vorjahres bleiben.

Komplexe Profillagen

Für flexible und motivierte Arbeitslose biete der Arbeitsmarkt zwar gute Chancen. Aber über zwei Drittel der Arbeitslosengeld-II-Empfänger befänden sich, so Marion Denkmann, „in komplexen Profillagen“. Dies bedeute, dass zu ihrer Integration in den Arbeitsmarkt besondere Hilfen und Unterstützung notwendig seien. Denkmann und Dreckmann unterstrichen, dass sich das Jobcenter trotz der gekürzten Mittel bemühen werde, ein auf die verschiedenen Bedürfnisse ihrer Kunden zugeschnittenes Maßnahmenpaket auch in 2011 vorzuhalten. Eine größere Rolle als bisher werde die Nachhaltigkeit der Integration in den Arbeitsmarkt spielen, sagte Dreckmann: „Wir werden uns darum bemühen.“

Während das Geld weniger wird, legt das Bundesministerium für Arbeit und Soziales die Latte der Leistungsziele, die die 440 Jobcenter in der Bundesrepublik in 2011 erreichen sollen, höher. So sollen die passiven Leistungen (Arbeitslosengeld etc.) um 4,8 Prozent sinken. Die Quote der Integration in den Arbeitsmarkt soll um satte neun Prozent steigen. Um 4,5 Prozent sinken soll die Anzahl derjenigen Jobcenter-Kunden, die seit mehr als zwei Jahren arbeitslos gemeldet sind. Steigen soll die Kundenzufriedenheit. Die liegt im Jobcenter Delmenhorst derzeit beim bundesrepublikanischen Durchschnittswert.

Ältere sollen profitieren

Ein ehrgeiziges Ziel hat sich das Jobcenter für die über 50-Jährigen gesetzt. Ihre Integrationschancen sollen mit Hilfe eines Programmes des Bundesministeriums verbessert werden. Die geplante Laufzeit des Projekts beträgt zunächst fünf Jahre. Ziel sei es, 40 Prozent der über 50-Jährigen in Arbeit zu bringen.

Mit einer gehörigen Portion Sarkasmus verfolgt der Jobcenter-Geschäftsführer das Tauziehen um den Hartz-IV-Regelsatz sowie das Bildungs- und Teilhabepaket in Berlin. „Ich habe in sechs Jahren bereits 51 Novellen des SGB II erlebt.“

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